Full text: (Sechster Band)

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nicht allenthalben die Grenze zwischen Holsatien und’ Stor- 
mar 1 gewesen seyn könne, weil die südliche Grenze des 
Faldergaus noch über die Suale hinaus bis . an den 
Böt erbeck sich erstreckt habe, Er nimmt also den letzten 
als die in Rede stehende Grenze an, Allein daß Holsatien 
sich noch weiter südlich erstreckt habe, ergiebt sich aus folgen: 
der Stelle des Nresb. Brem. ( VWWestolialen mon. ined. 
III. p: 100 ): Nam rustici ds parôchiis Scenevelde, 
Hademersch, Westede, Nortorpe, Bornehovede, Bram. 
stede, Koldenkercke, de Kellinghusen, cum inhabitan- 
tibus Palucdem M. ilstriae, hi dicuntur veri Udlizati, 
et horum auxilio seniores comites Holsatiae obtinne- 
runt triumphos. Dieses Verzeichniß der Kirchspiele des 
alten Holsteins ist zwar keines Weges vollständig, wenn auch 
manche der jetzigen Kirchen erst nach 1448, wo bekanntlich 
der Presb. Brem. schrieb, entstanden seyn mögen. Denn 
bei Staphorst in der taxis beneliciorum von 1347 fin- 
den sich mehr angegeben. Doch stimmt das Verzeichniß. sonst 
mit dem bei Staphorst überein, welches lette man im 
Staatsb. Magaz. Zten T 5. S. 695. hat anfechten wollen, 
nämlich so wie es bei P. C. H. Scholtz (Holst. Kirchengesch. 
S. 200.) abgedruckt ist, Nur darin ist der Presb. von der 
Taxe abweichend, daß er auch Bornhövede mit zu Holstein 
rechnet, was allerdings auffallend. ist, indem dieser Ort: be- 
kanntlich sonst immer zu Wagrien gerechnet wird. Wenn nun 
aber im Urü.igen das Verzeichniß des Presb. richtig ist, was 
durch die Einstimmung drr Taxe bei S ta phorst bewiesen 
zu werden scheint, so ist die Grenze Holsteins gegen Stormarn 
noch viel weiter südlich als die Böterau, indem ja noch das 
Kirchspiel Kaltenkir ch en dazu gehört. Holsteins, d. h. der 
ehemaligen Grafschaft , Grenze wird aälfo im Westen und 
Südwesten wol außer Dithmarschen und. der Elbe und Stör, 
die Crempermarsch und das Gebiet der jetzigen Grafschaft 
Rantzau und der Herrschaft Pinneberg gewesen seyn. Daß 
namentlich die Wilstermarsch zu Holstein im alten Sinne 
gehöre, was man im Staatsb. Mag, a. a. O. bezweifelt, 
wird nicht nur klar in der angef. Stelle des Presb. Brem. 
gesagt, sondern auch dadurch erwiesen, daß im Wappen der 
Stadt Wilster sich ein Nesselblatt befindet. Die Grafschaft 
Stormarn wird den District umfaßt haben, der zwischen der 
Stör und der Alster liegt, und auf dem linken Ufer der Al- 
ster bis an das Herzogthum Lauenburg geht , also die Crem- 
permarsch und die übrigen Elbmarschen am linken Ufer der
	        
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