Full text: (Sechster Band)

Ä –~ WM PP 
auch eine e he malige Leibeigenschaft wohl jetzt noch ein 
Recht geben, Befugnisse, welche die Leibherrn in. älteren 
Zeiten sich gegen ihre Eigenen beilegten, wider y ersôn lich 
freie Leute in Anwendung zu bringen und wider diese 
des gutsherrlichen Nutzens wegen Bannrechte neu einzu- 
führen, denen sie bisher nicht unterworfen waren? Mit 
der Leibeigenschaft müssen ja auch die dar aus hergelei- 
teten Fol g en wegfallen. 06) 
Ein Gesetz, welches zur Unterstüzung einer allg e. 
meinen Zwangspflichtigkeit der Lauenburgschen Bauern 
angeführet werden könnte, ist nicht vorhanden und ein Her- 
kommen dieser Art wird nie zu beweisen seyn, da sich zum 
Theile bei den einzelnen Bannrechten, welche man im 
Lauenburgschen findet, der besondere Entstehungs- 
grund darthun läßt. Um ein solches Herkommen für das 
ganze Herzogthum zu begründen, möchte doch wohl nicht 
bloß die Meinung und Handlungsweise einzelner Guts- 
herrschaften hinreichen, sondern die Gutsleute mit concur- 
riren müssen und dasjenige, was die Gutsherren und Guts- 
leute in éinzelnen Gutsbezirken thaten (bildeten sie auch 
die Mehrzahl!) und dachten, für die Gutsherren und Guts- 
leute der übrigen Gutsbezirke als eine res inter alios 
acta so wenig Rechte, als Verbindlichkeiten hervorzubringen 
im Stande seyn! #) ] 
gZur Begründung der angeblichen gutsherrlichen Befug=. 
niß zur Einführung von Bannrechten hat man sich hin und 
wieder darauf berufen, daß sie eine Folge der Patrimonial- 
Gerichtsbarkeit sey ; allein wie kann die Patrimonial-Gerichts. 
barkeit ein Recht zur Beschränkung der natürlichen Freiheit 
der Gutsunterthanen geben und den Gutsherrn gleichsam 
ss) Vgl. Reinkarth de eo quod circa molendinorum extructionem 
atque bannum, inprimis in terris Brunsv. Luneb. justum est. §.TXR:. 
*) S. Cap. 29 de reg. juris in Gto. und De nek ens Dorf- uud 
Land-Recht : (ed. 1.) Thl. 1. App. Resol. I. S.. 225. 
Staatsb. M. Bd. vt1 :Heft. 2. 
90
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.