Full text: (Sechster Band)

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Last auf sich zu nehmenz ja es würde eine strafbare Zuver- 
sicht seyn, zu glauben, : daß es ohne Entkrästigung in der Zu- 
kunft cinen nur etwas größern Betrag von Abgas- 
ben dulden könne.“ Und doch bezahlt Großbrittanien jetzt 
über funf mal so viel Abgaben als damals; und doch ist 
die Schwere der Last, die das. brittische Volk in beständiger 
Zunahme seiner Kräfte jetzt erträgt, über fünf mal größer 
als diejenige, die Adam Smith als das letzte Maaß der 
Bedrückung ansah. Großbrittanien ist jedoch nicht der ein- 
zige Staat, der zum Beispiel einer jede Erwartung über- 
treffenden Vermehrung der Staatseinnahme, und einer jeden 
Druck besiegenden Kraftvermehrung im Volke dienen 
kann. Im Jahre 1783 war die Staatseinnahme Frankreichs 
zu 585 Millionen Franken berechnet, *) und das Volk seufzte 
so sehr unter diesen Abgaben, daß sie als eine der Haupt- 
ursachen der schnell erfolgten französischen Revolution ange- 
sehen werden können. . Und doch bezahlte dieses Frankreich 
im Jahre 1823 mehr als das Doppelte dieser Summe, ##) 
ohne daß das Volk durch diese so sehr vermehrte Last zu 
Boden gedrückt wäre. Die Geschichte der andern europäi- 
schen Völker bietet uns dasselbe Schauspiel dar; überall sind 
die Schatungen und Abgaben in dem letzt verflossenen hal- 
ben Seculum hoch gesteigert worden, und mit wenigen Aus- 
nahmen scheinen dennoch die Völker jeßt keinen größern 
Druck als den damaligen zu erleiden. - Beinahe überall ist 
der Privatwohlstand in hohem Grade gestiegen ; und über- 
all ist es den Regierungen möglich gewesen, Anstrengungen, 
die man damals für unmöglich gehalten hätte, zu machen. 
Die Entwickeliuug der Industrie , als eine natürliche Folge 
der Fortschritte der Wissenschaften und der Künste, und des 
durch die Civilisation errungenen Sieges der Freiheit über 
die die Wirksamkeit und den Fleiß lähmenden Institutionen 
"] Necke & Sur l'administration des Knances. T. 1. p. 29- 
?) Nach Ganilb’'s Angabe (de la science des. snances) beliefen 
Frankreichs Ausgaben 1823 sich zu 1207,606,530 Franks. 
Staatsb. Maz. ißd. v1. Heft. 2. 
" F
	        
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