Full text: (Sechster Band)

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pacht die Erlegung eines Laudemiums. Beim Lehn, einem 
Institut des Mittelalters, findet noch ein persönliches Ver- 
hältniß, nämlich die Lehnstreue Statt. Die übrigen Institute 
begründen aber blos ein dingliches Verhältniß. Die Em- 
phyteusse des römischen Rechts kann unserer Erbfeste mit 
Eigenthumsrecht verglichen werden, wogegen die Erbpacht, 
ein in neuern Zeiten durch Gewohnheit entstandenes Institut, 
mehr Aehnlichkeit mit der Erbfeste ohne Eigenthum hat. 
Verschieden von den angeführten Instituten sind einige 
andere [Arten von Landgütern, die ein wahres Eigenthum 
der Besitzer sind, worauf aber gewisse Leistungen als eine 
Reallast haften. Hiezu gehören 1) die uneigentlich soge- 
nannten. Erbpachten d. s. Grundstücke, welche von der Lan- 
desherrschaft zum vollen Eigenthum übertragen sind, worin 
aber ein Theil der Kaufsumme gegen Erlegung eines jähr- 
lichen Zinses (Canons) unablösbar stehen geblieben ist. 
2) Solche Häuser oder Ländereien, wovon vermöge eines 
in alten Zeiten geschlossenen Rentenkaufs eine jährliche Grund- 
rente entrichtet wird. Sie unterscheiden sich von den vori- 
gen dadurch, daß diese Grundrente durch Abbezahlung des 
ursprünglich dargelkiehenen Kapitals abgelöst werden kann. 
3) Die sogenannten Munkebohlen in Keitum auf Sylt. Dies 
sind 12. Viertelpflüuge Landes, welche zu Kurbüller und 
Südergaarder Commüne, im Amte Tondern gehören. An die 
Eutsherrschaft zahlten sie früher eine jährliche Recognition, die 
jezt, nachdem die Regierung die Güter Kurbüll und Südergaarde 
erworben und in Erbpacht ausgethan hat, von der Landesherr- 
schaft erhoben wird, stehen sonst aber im vollen Eigenthume der 
Besitzerz._ namentlich wird bei Veränderung des Besitzers 
nichts entrichtet *). Der. Ursprung dieser Güter ist. dunkel. 
Daß sie geistliches Gut gewesen find, sagt der Name Mun- 
*) Diese Nachricht verdanke ich meinem Freunde, dem Herrn 
Fensen. Volentair bei der Kanzlei, der ein geborner Sylter. ist.
	        
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