Full text: (Sechster Band)

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nehmen, ist bort nicht einmal zulässig. Die Dänische Feste 
ist eine Leibfeste; dauert aber nicht blos! für die Lebenszeit 
des Festers, sondern auch für seine Wittwe, so lange sie 
nicht zur zweiten Ehe schreitet. Mit jedem anderweitigen 
neuen Besitzer wird ein neuer ' Festekontrakt abgeschlossen. 
worin sówohl das sogleich zu entrichtende Festegeld, ‘als die 
jährliche Leistung an Getd (Landgilde), und an Hofdiensten 
bestimmt wird. Haus und Hofbeschlag gehört dem Grund- 
herrn (Jorddrot, Husbond). Nur an einigen Orten hat sich 
noch die alte Regel erhalten, daß das Haus dem Fester ge- 
höre, und solche nennt man jetzt Superficiatbonden. Es 
giebt gesetzlich bestimmte Fälle, wodurch das Festegut ver- 
wirkt wird. Die Dänische Erbfeste ist neuern Ursprungs und 
hat sonst gänzlich dieselbe Natur, wie die Schleswigsche Erb- 
feste und die neuere Erbpacht. Man theilt sie wie jene ein 
in Erbfesten mit Eigenthum und ohne Eigenthum, je nach- 
dem dem Erbfester die Veräußerungsbefugniß zukommt oder 
fehlt. Ein wichtiges Recht der Grundherrlichkeit in Dänne- 
mark ist die Theilungsgerichtsbarkeit (Skifteret) über die Feste- 
leute, welche nicht blos den Besitzern adeliger Güter, son- 
dern auch geringern Landbesitzern zusteht ). 
Das Lehn, die Emphyteuse und Erbpacht sind Insti- 
kute, deren Natur mit der der Erbfeste sehr übereinstimmt. Der 
Hauptcharakter bei diesen Ihstituten ist ein dauerndes obli- 
gatorisches Verhältniß, das als solches einen ursprünglichen 
Vertrag (Lehnskontrakt,, contr. emphyteuticarius, Erb. 
pachtkontrakt) voraussettt, das aber fortbesteht, obgleich die 
im Obligationsnexus stehenden Personen wechseln. Aus der 
Natur dieser Verhältnisse folgt, daß der, welcher vermöge 
Gesetz oder Vertrag als Debitor in dieß Obligationsverhält- 
niß eintritt, durch einen eigenen Act das Recht des Herrn 
anerkennen muß. Ein solcher Act ist beim Lehn die Lehns- 
muthung des Antretenden, bei der Emphyteuse und Erb- 
*) Mandix Ländvæsensret g. U. - -
	        
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