Full text: (Sechster Band)

r  .) 
worauf vorzüglich. Rücksicht zu nehmen wäre. Die nachste- 
hende Abhandlung ist ein Versuch, die Feste in ihren ver- 
schiedenen Beziehungen vollständig zu erörtern. In wiefern 
aber dieser Zweck erreicht worden .ist,. bleibt einer gelehrten 
Beurtheilung überlassen. - 
Die Feste ist eines jener Institute,. die im alte Recht 
begründet, später bei veränderten _Umständen dem Bedürf- 
nisse der Zeit nicht angepaßt worden sind, „sondern auf der 
Stufe stehend, welche ein vergangenes Zeitalter ihnen an- 
wies, blos als Denkmäler der Denkungsart- jcnes Zeitalters 
in bürgerlichen und rechtlichen Verhältnissen erscheinen. Da 
solche Institute gewöhnlich unsern aus jetzigen Verhältnissen 
abstrahirten Bêgriffen über Zweckdienlichkeit nicht entspre- 
cen, so giebt dieß Anlaß zu manchen unrichtigen Ur- 
theilen über das Wesen derselben. Als Product der Ver- 
gangenheit ist Wesen und Wirkung der Feste aus jeher zu 
erklären; in Zusammenhang. und Wechselwirkung mit der 
Gegenwart d. h. den gleichzeitig bestehenden Verhältnissen 
muß dagegen die heutige Bedeutung. derselben aufgefaßt 
werden. Es ist daher zuöörderst der Ursprung und die Ge- 
schichte des Instituts darzustellen, und demnächst die prak- 
tische Seite zu entwickeln. Hieran schließt sich zur größern 
Erläuterung eine Vergleichung mit einigen Instituten ähn- 
licher Art. r3031; 
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. Das Wort. Festen, isländ. kesta, dän. fæste, bedeutet 
überhaupt,. durch vertragmäßige Uebereinkunft ein Recht er- 
werben; (I. L. 3,..45. 42.) wird aber sowohl in der ältern 
als neuern dänischen Sprache vorzüglich in drei Beziehungen 
gebraucht: 1) von der Diensthäuer , 2) von der Eingehung 
eines Eheverlöbnisses, 3) von der Pachtung von Ländereien. 
In. der letzten Bedeutung wird. das Wort in allen altdä- 
nischen Landrechten erwähnt, dem. schonischen, alt= und. neu- 
IL
	        
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