Full text: (Sechster Band)

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tinum M. und ganz besonders.auf Plank’s Gesch. der Entste- 
hung und Ausbildung.. der- christlich „kirchlichen Gesellschafts= 
verfassung im Römischen Reiche. (Hannover 1804). : 
© Für Gemeinen, deren Mitglieder in Absicht auf Reli 
gion und religiöse Bildung fast alle auf einer und derselben 
Stufe der Erkenntniß standen und das zu einer Zeit,. wo 
sich der Lehre Christi, außer dem ursprünglich Temporellen 
und Lokalen, noch nichts Fremdartiges beigemischt hatte, 
wo die apostolische Tradition noch galt und mit Recht gel- 
ten mußte, wo es jedem Unbefangenen so leicht ward, die 
Geister der Lehrenden zu prüfen, wo zum Vortrag der Res- 
ligion noch keine gelehrte Kenntnisse, sondern hauptsächlich 
nur Interesse für die Sache und natürlich Beredsamkeit ers 
forderlich waren, wo die Verwaltung kirchlicher Aemter zwar 
Achtung und Ehre bei den Gemeinen, aber ungleich mehr 
Mühe und Gefahr mancherlei Art brachte und –~ was. ganz 
vorzüglich zu erwägen steht wo ein mächtiger Enthusias= 
mus die Gemüther entflammt hatte –~ ~ für solche Geo 
meinen und solche Zeiten war für die christliche Kirche in 
ihrer Repräsentation und Regierung durchaus keine andere 
Form zeit- und zweckgemäß, als eine rein - dämokratische. 
Allein keine Form paßt für die protestantische Kirche unserer 
Zeit weniger, wie die dämokratische. – Man mag hier 
unter dem Worte allgemeine protestantische Kirche, welche 
indeß nur als das Aggregat mehrerer selbstständiger Gemei- 
nen in abstracto gedacht werden kann, d. i. die Gemein- 
heit der evangelischen Christen, verstehen, oder an eine be- 
sondere in einem bestimmten Staate besschlossene denken. 
î  Dlies, glaube ich, muß jedem sogleich einleuchten, der 
die Bekenner des Christenthums in den ersten Jahrhunder- 
ten in Absicht auf ihre religiösen Vorstellungen und Bedürfs 
nisso, -das doppelte Verhältniß, in welchem sie zu ihren 
nichtchristlichen Mitbürgern und dem nichtchristlichen Staats- 
oberhaupte standen, ganz besonders auch in Rücksicht auf die 
Art und Weise, wie ihnen der Religionsunterricht mitgetheilt
	        
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