Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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völkerung mittelst Begünstigungen zu vermehren. Wie wenig 
aber eine durch künstliche Mittel erzwungene Volksmenge 
mit dem stillen und regelmäßigen Gang der Naturhaushals- 
tung im Einklange steht, lehrt nus die Geschichte. S od en 
sagt : „Nichts gedeiht weniger im Treibhause als der Mensch.'! 
Die Vermehrung der Bevölkerung kommt von selbst, sobald 
man ihrer bedarf, wenn man alle Gewerbe ihrn freien und 
uneingeschränkten Gang überläßt. Daß aber die Bevölkes 
rung nicht übermäßig anwachsen soll, daher bürgt uns das 
natürliche Streben der Menschen nach Wohlstand, und eine 
treue Beobachtung der Nationaloekonomie - Gesetze wird die 
Volksmenge auf der Höhe, welche das Land nach der Haus- 
haltung der Natur fähig ist, erhalten. Sismondi sagt: „In 
dem natürlichen Gange der Dinge wirkt eine Erscheinung 
auf die Andere. Vermehrung der Reichthümer giebt Vet- 
mehrung der Einkünfte. Aus dieser fließt Vermehrung der 
Consumtion, daraus Vermehrung der productiven Arbeit und 
mit derselben der Bevölkerung, und endlich kann diese neue 
Arbeit wieder den Reichthum vermehren. Sobald man aber 
durch unzeitige Maaßregeln die eine oder die andere dieser 
Operationen erzwingen will, ohne daß sie aus den übrigen 
folgt, so bringt man das ganze System in Unordnung und 
bringt eben so viel Unheil über die Klassen der Armen, als 
nian ihnen Glück bereiten will we 
Aus dem Verhältnisse der Ehen zu den Lebenden und 
der Gebornen zu den Verstorbenen, bei Vergleithung 
anderer Länder, zu schließen, müssen wir aufrichtig bekennen, 
daß wir keinen Grund haben über die häufigen Ehen zu 
klagen, sondern vielmehr uns. darüber freuen, daß die Hälfte 
der Gebornen (S. Tabelle II1.) das Wste Jahr erreichen; 
denn Malthus sagt, „daß das beste Kriterium des Glücks et-. 
Staatsb. Magazin Bd. 3. Heft 4. 
§1
	        

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