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sowohl von dem denkenden Staatsphilosoph als auch von dem
practischhn Staatsmanne, der da weiß, wie viel jede Theorie
von der Wirklichkeit Abbruch leidet , tunit Interesse gelesen
werden. Je mehr die öffentliche Vorsorge für Alle und über
Alles wacht, desto mehr Neigung verräth ein größer Theil
der Bewachten unbesorgt zu schluinmern, ünd ein anderer
Theil, diesen Schlummer zu mißbrauchen ; je entschiedener
der Bürger ati das Léitseil der Geseze geknüpft und ‘einer
vormundschaftlichen Aufsicht unterworfen ist, destö fichtbarer
ringt er gemeiniglich darnach; sich freh zu bewegen und nicht
Mündel zu seyn. Eben so gewögnlich ist der Fall, daß gerade
bei Bemühungen der Obrigkeit dié Staatsgeriosfen auf alls
erdenkliche Art in die Schranken gemeinnütziger Wirksainkeit
einzuengen, aller Gemeingeist mehr und mehr erlischt. Hin-
gegen zeigen dié Menfchen auch wieder desto niehr Geneigts
heit, einander aus freiem Triebe hülfreiche Hand zu leisten,
je sparsamer und loser das Getvebe der Geselzgebung sie um-
spinnt, ja weniger sie durch das Rudérwerk des Staats zum
Wollen und Thüri fortgerissen sind. Hieraus folgt aber
nicht, daß auf solche Art an der Güté oder Mangelhaftigkeit
staatswirthschzftlicher Einrichtutigen gar nichts gelegen ssej:
Denn es. kann wénigsténs nie etwieseti werben, daß Vörtheil
und Nächthéil,, Gewini und Verlust in den Folgen dieser
Einrichtungen sich dié Wage halten. Dié Staatswirthschaft
spielt fast überall eins untergeordnete Rollé; denn gewöhnlich
behalten Leidenschaften die Oberhand, wo nichts als Ver-
nunft uind dié Stimme üer Pflicht herrschen sollte. Allein
es gebührt sich hiebei des imildernden Umistandes zu gedenken-
daß die Stäätswirthschaft, selbst wenn sie aufs vernünftigste
gehandhabt wird, doch nicht allen Mißverhältnissen vorbeugen
kann, die dem Gesellschäftswohlée, in Rücksicht des Erwerbs

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