Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

6925 
L... 
V 
B) Ueber die Grenze zwischen Stormarn und Holstein. 
Die alten Provinzialgrenzen der einzelnen Theile Hol- 
steins haben sich zum Theil so verloren, daß sie kaum wieder 
aufzufinden sind. Die westliche Grenze von Wagrien ist am 
meisten bestritten (vgl. St. M. 1 Bd. S. 546.) Neverer 
Zeit haben wir uns gewöhnt die Trave und die Swentine 
als die Grenze zwischen Sachsen und Wenden zu betrathten. 
Daß aber das Wendenland sich auch westwärts von den ge- 
nannten beiden Flüßen erstreckt habe, wird schon daraus wahr- 
scheinlich, daß die in dem jetzigen Holstein belegenen Gemein- 
den Oldesloe, Leeßen, Bornhövd, Barkau und Elmschenhagen 
zum Stifte Lübeck gehörten. (Vgl. Molleri Isagoge p- A21. 
und Lunigii Specilegiam ecclesiaslicum II, p. 418.) 
Noch Schultz in seiner Topographie von Holstein (Kiel. 1771) 
zählt mehrere im Westen der jetzt angenommenen Grenze be- 
legenen Güter zu Wagrien. 
Nicht so schwierig dürfte es seyn die Grenze zwischen 
Stormarn und Holskein zu bestimmen. Wenn man, wie ge- 
wöhnlich, die Stör als Grenze angiebt, so ist dies freilich blos 
rine Angabe in Bausch und Bogen. Denn nicht nur fragt 
sich, ob die Stör westwärts von Itzehoe noch die Grenze bilde, 
sondern insbesondere, wo die Landgrenze von der Stör nach 
der Trave hinüber zu führen sey. Eine eigne Untersuchung 
darüber ist mir nicht bekannt. Dankwerth zieht (Landesbe- 
schreibung S. 241.) die Grenze so, daß er das Amt Sege- 
berg zur Grafschaft Stormarn zählt, die Wilstermarsch aber 
davon ausschließt. Dies bedarf einer nähern Bestimmung. 
Denn vom Amte Segeberg, gehören die Kirchspiele Leetzen 
und Bornhövd zum alten Wagrien, die Wilstermarsch muß 
aber zu Stormarn gezählt werden. 
Eine Haupturkunde für die Grenzbestimmung zwischen 
Holstein und Stormarn ist die Taxis heueliciorum des 
hamburgischen Dompropsten vom Jahre 1347. (Staphorst hamb. 
Kirchengeschichte I. Bd. S. 467.), wo genau angegeben wird, 
welche Kirchen in Stormarn und welche in Holstein belegen 
sind. Scholtz hat dieses Verzeichniß in seine Kirchengeschichte 
(S. 199) aufgenommen, aber auf eine Weise, daß es gerade 
bei dem Puncte, den wir hier untersuchen, leicht irre führen 
könnte, Es werden nemlich vier Gemeinden welche unstreitig 
zu Stormarn gehören, Stellau, Bramstedt, Kaltenkirchen und 
Elmshorn zu Holstein gezählt. Vergleicht man den Abdruck 
bei Staphorst, so zeigt sich, daß in der Urkunde, welche er vor 
Augen gehabt hat, das Verzeichniß in mehreren Colummen
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.