Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

r<Ô h<IL 
LPR 
beim Nonnenkloster zu Uetersen eine Stuterey befunden hat, 
die vorzügliche Pferde lieferte. Dieses geht aus einer Urkunde 
vom Jahr 1328 hervor, deren wesentlicher Inhalt folgender 
ist: Wir Johannes, Probst in Uetersen, (bekanntlich damals 
ein Geistlicher,) bezeugen hiedurch, daß wir mit einmüthiger 
Genehmigung der Priörin Elisabeth und des ganzen Konvents 
zu Uetersen dem Probsten rc. zu Neumünster zwei junge Pferde 
(polledros*), das eine von drei, das andere von vier Jah- 
ren, geschenkt haben, welche von den Stuten herstammen, die 
die erwähnten Damen uns (dem Probsten) frei überlassen ha- 
ben, wie solches in ihrem hierauf bezüglichen Privilegium 
(oder, in dem uns von ihnen hierüber gegebenen Pr.) ausführ- 
licher bestimmt ist, (propagatos ab equabus, a dietis nos- 
Iris dominabus libere (unentgeldlich? Zum freien. Gebrau- 
che? Oder ?) nobis datis, sicut in earum pririlegio 
super hoc conkecto plenius est expressum.) Die ge- 
dachten jungen Pferde sollen Probst und Konvent zu Neu- 
münster für 100 m (pro centum marcis denariorum 
Lübicensium) verkaufen; sollten sie aber weniger, als 100 mj. 
gelten, so werden wir dafür Sorge tragen, daß das, was an 
den 100 114 fehlt, ihnen vermittelst unserer Stuten oder deren 
Füllen ersetzt werde, (ab huiusmodi defectu usque ad va- 
lorem centum marcarum de nostris equabus vel foe- 
libus earum ێos curabimus relevyare.) Sollten die Pferde 
ber gr: als 100 m gelten c. Dipl. Neom. W. AU. 
Daß nun diese Pferde nicht von dem gewöhnlichen oder 
einheimischen Pferdeschlag gewesen seyn können, erhellt ohne 
Zweifel aus ihrem Preiße. Der Probst wird ja wohl gewußt 
haben, was seine Pferde werth waren, und da es ihm zu 
nichts helfen konnte, sie über ihren Werth zu schätzen: fo ken- 
nen wir unstreitig ihren wirklichen Werth. Dieser war also 
etwas über, oder etwas unter 100 174 ; wir wollen indeß lie- 
ber etwas zu wenig, als zu viel rechnen und daher annehmen, 
daß das Stück 45 1ns4 Lübscher Schillinge werth gewesen sey. 
Welch eine bedeutende Geldsumme dies aber ums Jahr 4328 
gewesen ist, erhellt aus folgenden Angaben: Im I. 1339 
ward eine der besten Hufen in Blumenthal. für 36 mst (I.uh. 
Den.) verkauft, VW. II. P. 140. Das ganze Dorf Lätgen 
Hargen ward 1340 mit aller Gerichtsbarkeit für 200 mj 
(Den. Luh.) veräußert, I. c. p. 145. Graf Johann ver- 
*) seu pullus, pullus equinos. Westphal.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.