Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

§7 
§. 5. 
Eintheilung der Brirfe, 1) mit bloßer Rücksicht 
auf das Object derselben. 
Der in dem vorigen ÿ. aufgestellte Begriff der Briefe 
deutet schon eine Verschiedenheit derselben rücksichtlich des 
Objectes an. Die Briefe gehen nämlich theils auf. eine 
Prästation in Gelde, theils auf eine (positive oder negative) 
kactische Leistung, die nicht in Geldzahlung besteht. Es er- 
giebt sich daraus eine Eintheilung derselben, die zwar auf 
das Verfahren nicht von Einfluß ist, aber doch zur Bestim- 
mung der Form der Briefe zu sehr leitend ist, und sich zu 
sehr von selbst anbietet, als daß sie nicht der Aufmerksamkeit 
werth wäre. Voß nennt die der erstern Classe Schuld-. 
briefe, die der zweiten Gebotsbriefe. Diese Namen 
rühren ohne Zweifel von ihm her; denn weder die Gesetze 
noch die Sprache des Rechts und des gemeinen Lebens ken- 
nen den Namen Schuldbrie fe und wissen von der na- 
mentlichen Unterscheidung der Briefe dem Objecte nach. Das 
ältere Eiderstädtische Landrecht von 1574 (Art. 40.) so wie 
das neuere von 1594 (Thl. UI. Art. 2) erwähnen nur der 
s. g. Schuldbriefe, kennen indeß nur den Namen Ge- 
bots briefe. Da indeß die Eintheilung in der Natur 
der Sache gegründet ist und um einen bezeichnenden Collec- 
tivnamen für jede Classe zu haben, kann es kein Bedenke: 
leiden, den Namen zu adoptiren, so daß also Gebotsbrief 
eine engere und eine weitere Bedeutung hat, welche sich indeß 
jedesmal leicht ergeben wird. 
Das Unterscheidungsmerkmal besteht also darin, daß 
durch die Schuldbriefe ausschliessend eine Forderung in 
Gee eingemahnt, mit den Gebotsbriefen im engern
	        

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