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thümer zunimmt (und es ist zu besorgen, daß sie bald sehr
stark zunehmen werde, da bei unsern Nachbaren umher das
Princip der geschlossenen Stellen bis jetzt feststeht,) desto mehr
wird das bisherige Verhältniß der Landbewohner, wonach der
kleinere Stellenbesitzer großentheils durch Tagelohn bei dem
Hufner seinen Unterhalt erwarb, verrückt, und desto mehr wer-
den verarmte Anbauer den Gemeinde-Casssen zur Last fallen;
kurz die Summe der allgemeinen Production und der Natio-
nalwohistand werden abnehmen.
' Aber auch auf die Bildung des Landmannes scheint die
Zersplitterung des Eigenthums feinen vortheilhaften Einfluß
zu haben. Vormals und so lange kein kleiner Landbesitz zu er-
halten war, mußten der Bursch und das Mädchen dienen, bis
sie einiges Capital gesammelt hatten, um ein mäßiges Grund-
stück übernehmen zu können, sie lernten auf diese Weise wenig-
stens dasjenige, was in ihren Verhältnissen zu lernen war, und
standen zugleich noch einige Jahre unter einer gewissen häus-
lichen Zucht. Je geringer aber die Zahl derer wird, welche
der Dienstboten bedÿrfen, und je leichter die jungen Leute mit
einigen Thalern eine Hütte nebst einen Stückchen Gartenlan-
des bekommen können, desto häufiger werden frühe Heirathen
geschlossen, und desto mehr wird die Zeit der Lehrjahre, wenn
man sie so nennen darf, und der Erziehung, wie unvollkom-
men sie auch bisweilen seyn mag, abgekürzt. Was ist von
den Kindern solcher Eltern zu erwarten ?
Dagegen ist es nicht zu verkennen, daß die Bevölkerung
des Landes bei einer solchen Theilung des Grundeigenthums
beträchtlich zunehmen werde; denn wenn quch, wie die Erfah-
rung an andern Orten gezeigt hat, die frühzettigen Ehen kei-
nen größeren Zuwachs für die Volksmenge geben als die spä-
tern, und wenn auch in sehr dürftigen Familien bei der man-
gelhaften Pflege und der schlechten Nahrung, ein großer Theil
der Kiader vor der Zeit wieder umkömmt; so werden doch bei
den frühen Ehen in der nämlichen Zeit mehrere Generationen
entstehen als vorher. Dazu kommt noch die Vermehrung der
Volksmenge durch die Einwanderung solcher Fremden, die bei
uns die Gelegenheit, einen kleinen Besitz erwerben zu können,
welche in ihrem Vaterlande mangelt, benußen. Indessen möchte
Zunahme der Volksmenge an sich, wenn durch eben dieselben
Ursachen, woraus sie entspringt, die Bildung der Volksmenge
verhindert, und die Mittel der Subsistenz vermindert werden,
kanm für den Staat zu wünschen seyn.
Freilich kann man hiegegen einwenden, daß die angegebe-
nen Nachtheile der Zerstückelung des Grundeigenthums großen-

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