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ordnet ward, daß Personen aus der bloßen Bürgerclasse, die
keinen Titel führen, nicht zu den Honoratioren gerechnet
und ihnen das Prädicat Herr daher auch öffentlich nicht er-
theilt werden solle, doch wenigstens eine gleiche Observanz in
unserm St. C., ja fast noch strenger wie dort, beobachtet wird;
denn in Hessen ist jenes Prädicat doch allen Beamten und den
Studirten beigelegt , hier aber beschränkt: sich die Ertheilung
desselben, mit wenigen Ausnahmen, nur auf solche Personen,
die einen in den 9 Classen der Rangordnung enthaltenen Ti-
tel führen, dagegen alle unbetitelte Zollverwalter, Bürgermei-
ster, Rathsverwandte, Ametsverwalter u. s. w. ohne dasselbe
mit ihrem bloßen Namen „angegeben slnd. Unter ‘den Beam-
ten wird blos den Magistratsmitgliedern in Altona und unter
den Studirten, den Predigern, obgleich ihnen in der Rang-
ordnung kein Platz angewiesen ist, das Herr dem Namen
vorgeselzt, die Juristen aber haben sich- dieses Vorzuges selbst
dann nicht zu erfreuen, wenn sie Ober- und Landgerichts: Ad-
vocaten sind, obgleich sie als solche des privilegirten Gerichts-
standes genießen. Die bürgerlichen Besitzer adelicher Güter,
welche doch zugleich Ortsobrigkeit sind, entbehren dieser Bevor-
zung sbenfalis. nicht aber die- sonst unbetitelten. Königlichen
'ammerdiener.
§1z Vie den Begriffen unserer aufgeklärten Zeit über bür-
g erliche Ehre, mögte diese Sitte wohl schwerlich im. rich-
tigen Verhältnisse stehen.
--
C.
N ù < t r a g.
Es ist allerdings mit dem Herrn Verfasser des vorstehen-
den Aufsatzes zu wünschen, daß der Staatscalender immer
mehr und mehr vervollkommnet worde. Auch darf man wohl
eine solche Verbesseruung hoffen, da seit 1814 das Bestreben
der Herausgeber unverkennbar ist,, dem Staatscalender durch
Ayhnzhwe wichtiger Notizen eine größere statistische Brauch-
arkeit zu geben.
. HVeor allen Dingen wäre eine bessere Ordnung zu wün-
schen, welche sehr leicht zu treffen ist. Ich würde vorschlagen,
daß drei Hauptabtheilungen gemacht werden, eine für dasje-
nige was den ganzen Staat betrifft, eine zweite behandelte
Dänemark, eine dritte die Herzogthümer Schleswig, Holstein
und Lauenburg, ohne die Städte Kiel und Altona auszuschei-.
eus nach dem Staatscalender kaum ¿u Holstein zu gehö-
ren scheinen.

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