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nach dem ordentlichen Processe vor dem Visitatorialgerichte
angehören. Mandatssachen sollen vor demselben schriftlich
verhandelt werden; alle übrigen summarischen (mit Ausnahme
der eben genannten geringfügigen und JInjurien - Sachen)
werden, wie bemerkt, schriftlich vor dem Visitatorio (dem
Oberstaller und dem Kirchenprobsten) abgemacht.
Genannte beide Gerichte sind die einzigen, bei welchen
die eigentlichen Briefungen vorkommen,
§. 4.
Begriff der Briefung und Verantwortung.
Gebotsbriefe (auch blos Briefe, oder mit unter-
scheidender Bezeichnung der in denselben angedrohten Brüche
18 ÿl. 15 Mk. Briefe u. s. w.) sind in einer bestimmten
Form erlassene, gerichtliche Befehle, in welchen auf Anhal-
ten des Impetranten dem Impetraten aufgelegt wird, bey
Vermeidung einer namhaften Brüche in einer gewissen Zeit
dem Impetranten eine angegebene Schuld zu bezahlen oder
irgend ein, in denselben namhaft gemachtes Factum zu lei-
sten oder etwas zu unterlassen, mit der Clausel, sich in. glei-
cher Frist zu verantworten. Das gerichtliche procedere mit-
telst derselben heißt Briefen, einen Brief über jemanden
nehmen; das Institut selber Briefung, Briefungen.
Einen Brief verantworten heißt sich schriftlich oder münd-
lich darüber zu Protocoll erklären, ob und wie man der
Briefung geleben oder nicht geleben wolle. Diese Erklärung
selber heißt Verantwortung. Wer einen Brief bewirkt
(aus bringt - ertrahirt.) heißt Impetrant., derjenige
wider (über) welchen er genommen wird, .der Impetrat,
Gebriefte.
In dem eben aufgestellten Begrifse sind zugleich den

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