Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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gehen hören. Auf meine Frage, ob diese Strafe ihren Zweck errei- 
che, erwiederte der Inspector: . nicht immer, und ein Gefangener 
habe sogar ein halbes Jahr da gesessen. Dies fiel mir auf, da ich 
in England überall gehört, wie diese Strafe die Aufführung 
der Gefangenen sehr gebessert. Ich glaube, daß die Ursache, 
warum dies nicht der Fall in Glückstadt, größtentheils darin 
liege, daß die Strafe nicht in ihrer ganzen Strenge ausge- 
führt wird. Im großen Zuchthaus zu Millbank in London, 
wurde mir, als ein sehr seltenes Ereigniß, erzählt, daß ein 
Gefangener der besonders unruhig war, dreimal in ein sol- 
hes Gefängniß gekommen, nachher aber einer der ordentlich- 
sten Gefangenen geworden sey. Wenn ein Gefangener hieher 
gebracht wird, kommt er ohne Ausnahme, auf einige Stun- 
den in das einsame Gefängniß, um es kennen zu lernen, 
und das hat die Wirkung, daß ein solches Gefängniß nur 
selten gebraucht werden muß. Noch muß ich bemerken, daß 
der Inspector des Odenseer Zuchthauses, wo dieselbe Straf- 
methode eingeführt, mir sagte, daß diese Strafe nur auf 
Müssssiggängex keinen Einfluß äußere, weil diese der Regel 
nach die ganze Zeit hindurch schlafen. 
Wenn der Gefangene entlassen wird, muß er angeben, 
wo er sich hinfüro aufzuhalten gedenkt, dann erhält er einen 
Entlassungsschein, worin sein Name und Signalement, enthalten 
ist und hinzugefügt wird, daß er die Zuchthausstrafe erlitten, und 
sich jetzt nach N. N. begeben wolle. Gleich nach seiner An- 
kunft muß er diesen Schein der Obrigkeit seines künftigen 
Aufenthalts vorzeigen. 
e . 
Im Jahre 41820 hatteu beide Zuchthäuser zusammen 
gekostet an Salair 9273 m){, für Verpflegung, Beköstigung 
und Erleuchtung 32,474 m/, für Arzneien 420 ml, für 
Bekleidung 5643 14)<, wovon ungefähr 400 173 von Com-
	        

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