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Gilde zu, wovon eine Menge Bestimmungen der erwähnten
Statute zeugen. War man erst so weit gekommen, daß die
mehrsten und angesehensten Bürger der Stadt vor dem
Gildegericht Recht nahmen, und. daß selbst nicht Mitglieder
der Gilde, die Gildebrüder vor diesem Gerichte belangten, so
war es ein kleiner Schritt, - daß jene sich von den Gilde-
brüdern vor demselben Gericht belangen ließen, und endlich,
daß die nicht Mitglieder unter einander dies Gericht auch
für competent ansehen, wenigstens seit der Zeit, wo sich das
Gericht insofern von der Gilde trennte, daß nicht die Gilde-
vorsteher dasselbe bildeten, sondern diese wieder andre Perso-
nen waren. So wurde dies Gildegericht wiederum eine
rein städtische Behörde, . die sich von jenem frühern Stadt-
Gericht jedoch dadurch unterschied, daß sie competent war
für alle Bürger, sie mochten Mitgliever der Gilde seyn oder
nicht, und dann dadurch, daß der landesherrliche Gerichts-
Vogt hier nicht das Präsidium führte. Diese Behörde nannte
sich, wie ähnliche in andern Städten, Rath. Einen Beiveis
für die Richtigkeit dieser Herleitung des Rathes in Schles.
wig giebt noch die Bestimmung des Flensburger Stadt
Rechts, daß die Gilde die Rathmänner solle absetzen können,
und auf jeden Fall zu ihrer Absetzung mitwirken müsse. 69)
Indessen findet sich in dem Schleswiger Rath auch der
Vogt, und dies ist allerdings auffallender, als wenn der-
selbe nicht Mitglied des Rathes. gewesen, da bei der Art,
vie der Rath entstanden, der Vogt von Anfang an nicht
fann zugezogen gewesen seyn, er. ist also erst später hinzuges
i.
"") Auf diese Weise erklärt sich ohne Schwierigkeit, diese sonst aller:
mu [r sziltienve Bestimmung des Art. 127 im Fleusbur-

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