Full text: (Dritter Band)

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spielen , die ‘angeführten aber werden genügen obiges Urtheil 
ju rechtfertigen. 
Die Veranlassütig das Stadt- Recht zu übersetzen war 
ohne Zweifel der Wunsch es allen zugänglich zu machen, 
dabei war es denn natürlich, daß man das Unpractische weg- 
fallen ließ, und statt dessen das Recht aufnahm, welches 
in der Zwischenzeit Gültigkeit erlangt hatte, die Sammlung 
sollte ein Handbuch des geltenden Rechts abgeben, indessen 
ging es hier wie so oft, man vergaß darüber die Hauptsache 
so sehr, daß nicht einmal die Kunde von dem eigentlichen 
Gesetzbuch übrig blieb. 
Auf die erwähnten Veränderungen des Schleswiger 
Rechts hatte einen ganz entschiedenen Einfluß der Rath. 
Man ist es gewohnt, in jeder Stadt einen Rath zu. treffen, 
der eben so alt ist, wie die Stadt selbstz es ist daher kein 
Wunder, wenn man auch Schleswig von Anfang an damit 
versehen geglaubt, indessen ist diese Meinung doch keines- 
weges richtig. Schon die Art, wie die Stadt entstanden, 
und Gerichtsbarkeit erhalten, macht es klar, daß Schleswig 
früher keinen Rath gehabt, auch kennt das alte Stadt-Recht 
noch kein Collegium der Artz daß später Schleswig eine 
ähnliche Verfassung hatte, wie die andern deutschen Städte, 
ist nicht auffallend, denn wie erst ein eigenes Stadt - Recht 
entsfand, und nachher sogar ein Magistrat, so war nichts, 
was Schleswig noch befonders von andern Städten uinter- 
schieden hätte, und daher wurden Einrichtungen und beson- 
ders Namen der städtischen Behörden auf Schleswig über- 
tragen. Wie der Rath in Schleswig entstanden, isi freilich 
sehr dunkel, indessen ist es ziemlich schnell mit seiner Ein- 
richtung von Statten gegangen, denn schon im Jahre 1242 
ist der Rath organisirt, und sogar schon vom König als
	        
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