Full text: (Dritter Band)

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„darna svere he sülff. Söste, wo düre he det geköfft 
„nhebbe, unde skal darto synes Lones entberen.' 
Dieser letzte Satz stammt unstreitig aus der spätern 
Praxis, welche das Römische Recht scheint angewandt zu 
haben. Indessen wozu nützt nun die Ausmittelung des Prei- 
ses, da dem Käufer doch nichts davon erstattet wird? Man- 
che andre Stellen sind nach Umständen ganz modificirt. 
Rex wird im neuen Stadt - Recht, wie es scheint, ganz will- 
kührlich, bald König übersetzt, bald Herzog. . Von der Un- 
kunde der lateinischen Sprache und des Rechts selber, welche 
den Uebersetzer irregeleitet, nur ein Paar Proben. Aus ru- 
ricola 61) macht er: „eine Vrouwe van dene Dörpe, efte 
eyne Burinne.' 62) die ihren Dieb henken soll, und aus 
einem peregrinus 63) einen „Pelegrimen'", der noch 
dazu beritten ist. 64) Ein Beispiel wie sehr der Ueber- 
seler das Recht selbst mißverstanden, giebt folgende Bestim- 
mung: wenn ein Fremder des Diebstahls beschuldigt wird, 
so soll er sich mit einem Zwölf- Mannen-=Eide reinigen kön- 
nen, jedoch nur unter der Bedingung, daß der Hauswirth 
des Fremden auch unter den Schwörenden sey, ohne Zwei- 
fel, weil zu vermuthen, daß dieser seinen Gast kenne; das 
alte Recht sagt: „ut hospes in numero pro hospite 
juret‘O 65) das neue Recht hingegen: also, „dat de Gast in 
deme Talle vor. eynen Gast skal sweren“/. 660) Sou kurz das 
Stadt-Recht auch ist, so fehlt es doch nicht an ähnlichen Bei- 
§1) A. Stk. R. §. 25. 
"?) N. St. R. cap. 30. 
"3) A. St. R. ÿ. 75. 
"4) N° St. R. cap. 87. 
"s) A. St. R. 9§. 16. 
ss). M. St. 'N. cap,. 24.
	        
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