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Stat-Recht sagt dies freilich nur von civibus non uxora-
tis, allein diesen sind die Gildebrüder gleich 3.1),
. [ Diese ihre Privilegien suchte die Gilde nicht allein auf-
recht zu erhalten, sondern sie wußte sie sogar durch ihre ei-
genen Statute zu vermehren; hauptsächlich indem sie sich
allen Gerichten außer der Gilde entweder zänzlich entzog,
oder doch die Macht, welche jene über sie hätten ausüben
können, entkräftete; jenes durch die Bestimmung, welche sich
in allen alten Gilde-Gesetzen findet, daß kein Gildebruder den
andern bei dem ordentlichen Gericht solle belangen können 12),
dieses durch die Verfügung, daß jeder Gildebruder den at-
dern unbedingt mit Eiden beistehen mußte 53), welches sie
nach dem ganzen Geiste des Consacramentalen-Eides um so
eher konnten, als jeder Gilde-Bruder für einen redlichen
Mann gehalten, und wenn sich das Gegentheil darthat, aus
der Gilde ausgestoßen wurde. So konnte das Gericht sel-
ten oder nie“zum Nachtheil der Gilde thätig werden, son-
dern nur zu ihrem Vortheil. Denn dem Gildebruder stand
es natürlich, wie jedem andern, offen gegen alle, welche nicht
Mitglieder der Gilde waren.
. dHWar nun freilich die Lage der Gildebrüder besser als
die der andern Bürger in der Stadt, so war auf der andern
Seite das Verhältniß dieser zum Landesherrn keinesweges so
drückend, als man hätte denken sollen. Die Bürger genossen
U..
81) Y. St. R. H. 66.
32) Statuta convivii heati Canuti Regis et Martiris Art. 6 u. 9.
Im Anhang A zu Ancher 1. c. Daselbst die Gildeskraae B.
art. 6. Flensburger Gildeskraae art. 5. Hinter der Ausg. des
Flensb. St. R. von Lüders.
sr) Cf. Die Skran bei Ancher I. q. A. art. 6, B. art. 8. Bei
Lüders I. c. art. 7. 9.

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