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Von den Privilegien der Gilde waren zur Zeit unsers Stadt-
rechts mehrere besonders wichtig, und da das Statut der-
selben nur ganz beiläufig erwähnt, so ist kein Grund vor-
handen, anzunehmen, daß dieses sie erst eingeführt. Die haupt-
sächlichsten sind:
1) Die Gildebrüder allein können sich durch ihren Con-
sacramentalen-Eid von der bescheinigten Anschuldigung grober
Verbrechen reinigen; als solche nennt unser Stadt-Recht
Nothzucht und Ehebruch 25). Bei diesem Eide ist das Be-
sondere, daß 12 Consacramentalen nothwendig sind, gegen
die sonstige Regel, welche deren nur 44 fordert, und den
Angeschuldigten den zwölften seyn läßt 27). Einem solchen
Eide der Gildebrüder steht das juramentum simplex 28)
entgegen. Der Grund jener Bestimmung liegt ohne Zwei-
in dem Vertrauen, welches man in die Redlichkeit der Gilde-
brüder setzte, und dieses wurde wieder durch die genaue Prü-
fung derjenigen, welche in die Gilde wollten aufgenommen
werden, gerechtfertigt.
2) Der Gildebruder empfängt doppelte Buße für Be-
leidigungen 2%).
3) Der Gildebruder ist befreit von Laghköp 3.0). Unser
Sch ustern in Schleswig erschlagen, obgleich er, wie bekaunt,
durch die Knuths : Gilde fiel, weil sie nach ihrer Gildeskraae
den Tod des Herzogs Knuth, ihres Gildebruders, welchen Niels
Sohn, Magnus, erschlagen, rächen mußten.
?) A. St. R. (. 2. 4.
??) A. St. R. g. 2 sagt ausdrücklich XII viris sibi adjunctis.
??) A. St. R. §. 416.
??) A. Sk. R. §. 66.
1%) A. St. R. €. 29.

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