Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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wissen, wie genau sie aufpassen, daß bei den Stauen und 
Schütten keine Lecke entstehen, die das Wasser ableiten; wie 
die Erfahrung sie auf eine zweckmäßige Abwechselung mit 
den zu bewässernden Strecken geleitet hat, und mit welcher 
Aufmerksamkeit und Einsicht jeder auch selbst der kleinste 
Wasserzufluß aus Wegen und Siehlen dazu benutzt wird, 
den Graswuchs zu beleben. Stauwiesen giebt es wenige, 
weil hier nur kleine Bâche und Auen, und keine Ströme 
von einiger Bedeutung sind, wie in der Gegend bei Ton- 
dern, wo diese Art der Wiesencultur einheimisch ist. Hoch 
liegende Wiesen, die nicht bewässert, aber gehörig entwässert 
und trocken gelegt werden können, bricht man auf, bemer- 
gelt und bedüngt sie. Die Bemergelung solcher Wiesen aber, 
die nicht trocken gelegt werden können, nützt gar nichts. 
Dies hat uns die Erfahrung bestimmt und deutlich genug 
gelehrt. 
Ein höchst nachtheiliges Hinderniß der Wiesencultur ist 
der gänzliche Mangel an Bewässserungs- und Entwässerungs- 
Gesetzen. Mir ist durchaus kein Gesetz darüber bekannt. Was 
das 56 und 57ste Capitel des ersten Buchs unsers jütschen 
Lovs darüber vorschreibt, bezieht sich bloß auf den Mühlen- 
bau und die Fischteiche, und. beschränkt sich darauf, daß man 
kein Wasser auf eines Andern Grund und Boden aufstauen, 
oder davon ableiten darf. Für den jetzigen Standpunkt un- 
serer Agricultur ist dies offenbar viel zu wenig. Es fehlen 
durchaus mehrere Bestimmungen, z. B.: 
à) Zu welcher Tiefe der unterhalb liegende Feldnachbar 
verpflichtet it, seinem oberhalb liegenden den Wasserzufluß 
abzunehmen? ~ Bisher. ist nur auf das oberflächliche Wasser 
erkannt worden. Damit ist einem Landmanne aber, der einen 
versauerten. Acker, oder. eine Wiese durch Aufgraben, Pflügen
	        

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