Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

<Ô 4A493 
* 
nem Unikreise liegt, wie oft gehört wird; und wie es zu ge- 
schehen pslegt, nicht ohne Bissigkeit und schnippisches Wesen 
und mitleidige Seitenblicke auf die, die zu so hoher Weisheit 
sich noch nicht erhoben haben. 
Hieraus folgt nun im Allgemeinen: 
1) Die Menschheit zerfällt in zwei Grundstämme: die 
Eigenthümer und. die Nichteigenthümer. Die ersteren sind 
nicht der Staat, — ste sind ja als solche vor allem Staate, 
und ohne _: Kundnehmung, wie site es sind sondern sie 
halten den Staat, wie ein Herr sich einen Bedienten hält, 
und der letztere ist in der That ihr Diener. Wer nun einen 
Diener bezahlen kann, der dient nicht; mithin kommen auf 
die Mitglieder der Staatsgewalt nur die Nichteigenthümer. 
Wer eignes Vermögen hat, dient nicht: der Diener dient, 
weil er nichts hat, um seinen Sold ~ der Soldat. Wer ei- 
nen Diener hat, thut die Dienste, für die er diesen bezahlt, 
nicht selber, Das Zeichen ~ die Kantonfreiheit. 
2) Es ist den Eigenthümern durchaus gleichgültig, wer 
ie schützt, wenn sie nur geschützt werden; das einzige Augen- 
merk dabei ist: so wöhlfeil als möglich. Der Staat ist ein 
nothwendiges Uebel, weil er Geld kostetz man muß aber jedes 
Uebel so klein machen als möglich. 
Dies die Ansicht des Staates, als das Zweite: jetzt das 
Dritte. ~ Wenn es nun unter mehreren Staaten, die so an- 
gesehen werden, auch wohl sich selbst, in den Stellvertretern 
der Gewalt, nicht anders ansehen, zum Kriege kommt, was 
kann dieser bedeuten, und wie kann er geführt werden? Da 
der Stand der Eigenthümer in der gebildeten Weit sich, um 
seinen Erwerb ungehindert zu treiben, der Selbstvertheidigung 
begiebt, so kann er sich auch niche vertheidigen gegen seine 
Vertheidiger selbstz er steht, wie gegen alle Welt, also auch 
gegen ihn wehrlos da. Er kann darum auch nicht über den 
Lohn der Vertheidigung mit ihm dingen, sondern. muß eben 
geben, was dieser verlangt; er kann nicht geben was er will, 
sondern was sein Vertheidiger will; dieser aber wird, mit sel: 
tener Ausnahme, Alles wollen, was der Andere nur irgend ge- 
ben kann. Die Scelle eines solchen Vertheidigers dürfte darum 
leicht eine sehr einträgliche Stelle werden. Sie führt über- 
dies ihrer Natur nach dieses bei sich, daß der Wille eines Sol: 
hen bindet schlechthin alle Willen in seiner Sphäre, selbst aber 
Zebunden wird schlechthin durch keinen einzigen. 
Es ist darum sicher vorauszusehen , daß der, welcher zun 
Besilze dieses einzig trefflichen Lebens, seine Kräfcigkeit und sei-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.