Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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wahrlich, dies: wäre wol das wenigste, was die Continental- 
mächte dem vom Schicksal ungerecht und hart getroffenen 
Dänematk zur Entschädigung gestatten mögten! Alle jetzt wort- 
führenden Mächte des Continents ohne Ausnahme haben 
aus dem Strudel der ungeheuersten Umwälzungen, nach allen 
ihren wechselseitigen Niederlagen, ihr voriges Bessitzthum ohne 
irgend bedeutende Einbuße gerettet und zum Theil sogar 
sehr ansehnlich vergrößert; nur allein Dänemark, das doch 
unleugbar unter allen in jeder Hinsicht am unschuldigsten an 
dem ganzen Tumult war und erst ganz am Ende durch fremde 
Ungerechtigkeit hineingerieth, mußte ein ausgedehntes König- 
reich hergeben, die Hälfte seiner Macht einbüßen, und er- 
hielt zur Entschädigung ein Ländchen, das man ganz bequem- 
lich in einem Sommernachmittage, es sey nach der Länge 
oder Breite, von einem Ende zum andern durchreisen kann. 
Wahrlich, es wäre unserm Vaterlande zu wünschen, daß 
die Gründe für Dänemarks Neutralität bei den großen Con- 
tinentalmächten mit der gehörigen Eindringlichkeit geltend 
gemacht würden. Noch ist im europäischen Aréopag es nicht 
ausgesprochen, daß nur ein Für oder Wider und keine Neu- 
tralität mehr gelten soll; möge diese furchtbare Allgemein- 
heit, die doch auf die Länge, bei den stets sich im Laufe der 
Begebenheiten neu gestaltenden und immer anders durchkreu- 
zenden Interessen der Staaten, nun und nimmer durchzu- 
führen ist, sich nie wieder der Cabinette bemächtigen ! Freia 
lich, wenn dies gewaltsame Für oder Wider durchgesetzt wird, 
wenn man wieder zu jenem allgemeinen Prohibitivsystem und 
dem doch wirklich etwas zu gigantischen Drasticum greift, 
ganze Länder und Meere in Blockade zu erklären #) ~ eine 
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Vordem pflegte man nicht ohne Vernunft anzunehmen, daß die 
Vlockade nicht weiter reiche, als die hindernde Gewalt. 
Staatsb. Magazin Bd. 3. Heft 2. 
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