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Gefahr machen? Arbeitet es sich zu vernünftiger Freiheit
empor, so können andere Staaten sich danach bilden; richtet
es sich in unsinniger Anarchie zu Grunde, so werven' andere
Völker davor zurückschaudern. Im übrigen Europa ist jetzt
nirgends der Druck so groß, daß, wenn die Regierungen mit
Mäßigung und Festigkeit die Zügel führen, Aufstand erfol-
gen kann. Man hat den unglücklichen Ludwig XVI. nicht
durch bewaffnete Hülfe gerettet; wahrscheinlich wird man
Ferdinand eben so wenig damit retten. -
Aber der Wurf ist einmal geschehen: ~ es heißt nun:
save your interest! –~ HMan wird vielleicht gegen dies
neutrale Zwischentreten, gegen diese laue Neutralität declas
miren, und ein besiimmtes Für oder Wider fordern. Aber
wir haben's probirt damit, mit diesem entschieden für
oder wider; find wir damit aus dem Conflict zwischen
Despotismus und Anarchie heraus gekommen? liegt denn in
Staatsangelegenheiten das Heil der Menschheit in den Ex
tremen? oder nicht vielmehr in den Mittelwegen? Und sind
nicht, wenn der Krieg überall wüthet und vertilgt, die neus
tralen Staaten die einzigen Erhaltungsmittel des industriellen
Lebens in der Welt, damit nicht alles zu Grunde gehe?
Verdamme man es doch nicht, wenn oft unter neutralem
Namen das Privateigenthum der kriegführenden Völker ge-
deckt wird! das war immer so, und wird auch jetzt so seyn.
Ist es doch ein Schandfleck des Völkerrechts, daß, während
im Kriege zu Lande das Privateigenthum respectirt wird
(außer in gestürmten Festungen und bei einzelnen Vorfällen
in der Nähe gelieferter Gefechte), im Seekriege das fried-
liche Privateigenthum geplündert wird und die friedlichen
Kaufleute und Schiffer der kriegführenden Völker mit Caper-
briefen gegen einander gehett werden ? Darum, wenn die

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