Full text: (Dritter Band)

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werden. So wie das Berhältniß derselben gegen ein- 
ander jetzt 1st, sind die Dienenden eben so sehr Herren 
als die Herrschafte Geräâth jemand an einen schlechten 
Dienslboten, so muß er ihn, wenn er ihn ein volles Jahr 
gemiethet hat, das Jahr um behalten, oder ihm, wenn er 
ihn laufen lassen will, den vollen Lohn und obendrein 
RKostgeld bezahlen. Darauf trotzend, thun solche Men- 
schen, was sie wollen. Giebt ein Brodtherr einem 
aufsetzigen Jungen eine Ohrfeige, so muß er, wenn 
er klagt, Terminskosten und Brüche bezahlen; der 
Bube kommt oft mit einer Vermahnung weg, und 
lacht in die Faust. Wenn ein Brodthekr einen uns 
achtsamen, widerspenstigen Dienstboten auch yicht thäts 
lich zum Gehorsam bringen dürfte, so müßte es ihm 
doch frei stehen, ihm was er verdient hat, auszuzah- 
len, und ihn dann laufen zu lassen. Dieß ist unter einer 
großen Anzahl Dienstboten, das einzigste Mittel, Ord- 
nung zu halten. Ein schlechter aufsetziger Mensch, 
verdirbt sie alle. Wer ohne Erlaubniß das Haus ver- 
läßt, ganze Nächte herumschwärmt, müßte ohne Wei- 
terung seinen Laufpaß erhalten können. So viel 
Hausrecht müßte ein Brodtherr haben. Soll er, oder 
sein Verwalter, einen schlechten Dienstboten erst vor 
die Polizei- Obrigkeit schleppen, da ein langes Verhör 
mit ihm abhalten lassen; eine Menge Zeugen) stellen 
und abhören lassen, sich in Gegenwart desselben Er- 
mahnungen geben lassen,, und am Ende ihn doch be- 
halten, so verliert er seine Achtung ganz: denn wenn 
auch der Dienstbote einen noch so derben Verweis ers 
hält, so lacht er nur darüber, brüstet sich damit, daß 
sein Herr ihm doch vor Gericht hat folgen müssen, 
und wird noch aufsetziger und schlechter, um seinen 
Herrn zu zwingen, daß er ihn laufen lassen und Lohn 
und Kostgeld bezahlen muß. 
Möchten diese billigen Wünsche berücksichtigt werden!
	        
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