Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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Vor dem Ende der Hauptwohnungen, worin der Viels 
stall ist, liegt in der Regel der Düngerhaufen in einer aus 
gepflasterten Vertiefung. Der Pferde-, Jungvieh- und Schaaf. 
stall. ist gewöhnlich in einem Nebengebäude. Außerdem hat 
jede Hufe in der Regel eine geräumige Kornscheune mit einer 
Tenne in der Mitte, eine Wagenremise und ein für sich von 
den andern Gebäuden etwas entfernt hingebauetes Backhaus. 
Wer jetzt bauet, weicht von dieser alten Bauart ab, 
bauet das Wohnhaus, für sich, legt die Wirthschaftsgebäude 
wie auf den Gütern auf den. beiden Seiten eines geräumigen 
Hofplatzes hin, und verlegt den Düngerhaufen hinter das 
Kuhhaus, um einen reinen Hofplatz zu erhalten. 
Der Angler sucht eine Ehre darin, seine Gebäude gut 
zu unterhalten. Sowohl im Hause, als außerhalb desselben 
auf dem Hofplatze, muß alles ordentlich und reinlich seyn. 
Wer auf den Namen eines ordentlichen Wirthes Anspruch 
machen will, dessen Hofplat muß entweder mit Steinwällen 
oder Staketen und Planken gut eingefriedigt und hübsch 
ausgepflastert seynz sein Düngerhaufen muß ordentlich liegenz 
seine Gärten ordentlich eingerichtet, und das Ganze gegen 
die Hauptwinde durch Schutzbäume gedeckt seynz . eben so 
viel reinlicher. Hier wird dem Vieh stark gestrenet, dorten 
nicht. Der Friese producirt kräftigeren Mist, wir dem Volu- 
men nach gewiß 25 pr. Ct. mehr. Unsere Streu fängt den 
Urin besser auf, bei den Friesen geht sie größtentheils verloren, 
Sie füttern weit sparsamer als wir, füttern aber kräftiger, 
weil sie in der Regel mehr Heu haben. 
Es ist interessant, den allmäligen Uebergang der rein natio- 
nalen Bauart der Angler und der Friesen durch den Mittel- 
rücken des Herzogthums Schleswig zu beobachten. So 
wie man aus Angeln hinaus ist, fängt die Veränderung an, 
und nähert sich, so wie man weiter westwärts reiset, allmälig 
der rein friesischen.
	        

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