Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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ausrotten, nicht so leicht aber das zweite in Hinsicht einer 
zweckmäßigeren Saatenfolge. Daß der Wechsel einer Blatt- 
frucht mit einer Halmfrucht der Vegetation so sehr zuträgs- 
lich ist, und sie in einem so hohen Grade belebt, dies glaubt 
der bloße Empiriker noch nicht. Auch davon muß er durch 
Beispi.le belehrt, überzeugt werden. Freilich paßt die reine 
Wechselwirthschaft, wo immer eine Blattfrucht mit einer 
Halmfrucht wechselt, nicht sonderlich für unsere Weide- und 
Milchwirthschaft; unläugbar ließe sich aber auch hierin bei 
uns manches ändern, wenn die Ueberzeugung des wirklich 
Zweckmäßigeren und Vortheilhafteren nur erst da wäre. 
. Das hervorstechendste Eigenthümliche der Angler ist ihre 
Bauart *). Die angler Bauerhäuser haben nicht, wie die der 
Holsteiner, ihren Feuerheerd unter einem Schwibbogen auf 
der Diele, woselbst der Rauch seinen Ausgang aus den Thü- 
ren sucht, und der Haupteingang vom Ende des Hauses über 
die große Dreschdiele führt, sondern sie haben Schornsteine, 
und die Einfahrt ins Haus zum Abstecken des Korns geht 
quer durchs Haus, größtentheils in dessen Mitte, wo sie eine 
geräumige , ausgepflasterte Vordiele bildet, die zugleich zum 
Eingange von beiden Seiten des Hauses dient. Diese Vor- 
diele trennt das Gebäude in zwei Theile, in dem einen Ende 
ist der Viehstall an beiden Seiten, mit einer geräumigen 
Tenne. in der Mitte. Der andere Theil enthält die Wohn- 
gelegenheiten. Ein gewöhnliches Bauernhaus ist 36 bis 38 
Fuß weit, davon enthält die Wohngelegenheit etwa 5 Fächer, 
selten weniger, und. die Stallgelegenheit außer der Durch- 
fahrt 6 bis 7 Fächer. Die südliche Seite der Wohngelegen- 
Vergl. einen Aufsaß von mir in Nie manns Waldberichten 
I. Ed. ätes Stück S.552: Ueber qie Bauart der Bauernhäuser 
în den Herzoathümern.
	        

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