Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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Engländern aufgefangen und in ihr Hauptquartier gebracht, 
doch glückte es ihm, den Brief des Kronprinzen zu vernich- 
ten; er ward, nachdem er verhört war, und ungeachtet man 
ihn mit der:Tortur bedrohte, nichts gestanden hatte, auf die 
Flotte geschickt. 
Vie im ganzen Reiche, so erregte auch in den Herzog- 
thümern die Nachricht von der Catastrophe des großen Mord- 
und Zerslörungsschauspiels bey Kopenhagen, Schrecken und 
Betrübniß; der Haß gegen die Engländer ward bis zum 
äußersten Grade gesteigert, dagegen zeigten sich Liebe zum 
Vaterlande und der Wunsch nach Kräften zur Herstellung 
des erlittenen Verlustes beizutragen, auf das yvielfältigste und 
achtungswertheste. Wir werden auf diesen Gegenstand spä- 
ter zurück kommen, wollen aber für jetzt nicht den Gang der 
Begebenheiten, wie sie der Ordnung nach folgten, unterbrechen. 
Von den nach den holsteinischen Seeküsten gezogenen 
Truppen waren, ehe Kopenhagen in des Feindes Hand fiel, 
nur sehr wenige nach den Inseln Laaland und Falster hin- 
über gekommen, Seeland hatten keine von ihnen erreicht; 
jetzt, während der in der Capitulation bestimmten Zeit von 
6 Wochen, ward eifrig daran gearbeitet, eine möglichst be- 
trächtliche Macht in der Nähe von Seeland zusammenzu- 
ziehen, um wenn die Engländer nicht vertragsmäßig am 20. 
October diese Insel und Kopenhagen geräumt haben würden, 
sie mit gewafneter Hand dazu zu zwingen. Die Avant- 
garde unter General- Major v. Ewald ging von Heiligenhafen 
und Fehmern, in der zweiten Hälfte des Septembers, größ- 
tentheils bey Nacht in offenen Böten, nach Laaland hinüber, 
die Cavallerie und Artillerie mit Zurücklassung ihrer Pferde, 
für welche ihnen auf den Inseln andere geliefert wurden.
	        

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