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Vorurtheil ziemlich allgemein ausgerottet ist, daß man beiin
alten Schlendian bleiben müsse. Das Mergeln war durch
das alte Sprichwort:. der Mergel macht reiche Väter, aber
arme Kinder, verschrieen, und doch bewährte es sich als so
überaus nützlich und wohlthätig. Dies hat ziemlich allgemein
die Ueberzeugung hervorgebracht, daß auch der landwirthschaft-
liche Betrieb in andern Zweigen verbessert und vervollkomms-
net werden könne. Es giebt indessen noch Vorurtheile, die
auszurotten sind. Unter andern das Vorurtheil gegen die
reine Braache und gegen eine veränderte Saatenfolge.
Die reine Braache verabscheuet man, weil dabei eine
Frucht verloren geht. Höchstens entschließt . man sich , das
Land, worin man Rapsaat bauen will, zu braachen. Zwar
versuchten es mehrere, nach Flachs und. Mengfutter Rapsaat
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zu säen, allein der Erfolg hat schon Manchem gezeigt, daß
selbst eine verstärkte, beinahe doppelte Düngung dennoch nicht
iin Stande ist, hier die Braache zu ersetzen, und daß solche
Acker, gegen gebraachte, im Ertrage, selbst in den folgenden
Saaten, sehr zurückstehen. Im ersten Saatenumlaufe nach
dem Mergeln brachte das Land gewöhnlich sehr guten Buchs
waizen, der einen hohen Ertrag lieferte, dèn Boden reinigte,
ihn locker machte und für die folgenden Saaten gut vorberei-
tete. Im zweiten Turnus ist dies ganz anders. Der Boden,
besonders der leichtere, durch die Wirkung des Mergels in
höhere Thätigkeit gesetzt, und weit kräftiger als früher durch
die aufmerksamere Bearbeitung und dnrch die dichte Beschats
tung des starken Korns aufgelockert, ist sehr zum Verquecken
geneigt. Ist er nicht ganz rein zur Weide ausgelegt wor-
hen, so findet man ihn nach den Weidejahren beim Aufbre-
chen des Dreesches mit starken Queckwurzeln so durchfilzt, daß
inan ihn kaum mit einem. zweispännigen Pfluge zwingen

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