Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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Vorurtheil ziemlich allgemein ausgerottet ist, daß man beiin 
alten Schlendian bleiben müsse. Das Mergeln war durch 
das alte Sprichwort:. der Mergel macht reiche Väter, aber 
arme Kinder, verschrieen, und doch bewährte es sich als so 
überaus nützlich und wohlthätig. Dies hat ziemlich allgemein 
die Ueberzeugung hervorgebracht, daß auch der landwirthschaft- 
liche Betrieb in andern Zweigen verbessert und vervollkomms- 
net werden könne. Es giebt indessen noch Vorurtheile, die 
auszurotten sind. Unter andern das Vorurtheil gegen die 
reine Braache und gegen eine veränderte Saatenfolge. 
Die reine Braache verabscheuet man, weil dabei eine 
Frucht verloren geht. Höchstens entschließt . man sich , das 
Land, worin man Rapsaat bauen will, zu braachen. Zwar 
versuchten es mehrere, nach Flachs und. Mengfutter Rapsaat 
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zu säen, allein der Erfolg hat schon Manchem gezeigt, daß 
selbst eine verstärkte, beinahe doppelte Düngung dennoch nicht 
iin Stande ist, hier die Braache zu ersetzen, und daß solche 
Acker, gegen gebraachte, im Ertrage, selbst in den folgenden 
Saaten, sehr zurückstehen. Im ersten Saatenumlaufe nach 
dem Mergeln brachte das Land gewöhnlich sehr guten Buchs 
waizen, der einen hohen Ertrag lieferte, dèn Boden reinigte, 
ihn locker machte und für die folgenden Saaten gut vorberei- 
tete. Im zweiten Turnus ist dies ganz anders. Der Boden, 
besonders der leichtere, durch die Wirkung des Mergels in 
höhere Thätigkeit gesetzt, und weit kräftiger als früher durch 
die aufmerksamere Bearbeitung und dnrch die dichte Beschats 
tung des starken Korns aufgelockert, ist sehr zum Verquecken 
geneigt. Ist er nicht ganz rein zur Weide ausgelegt wor- 
hen, so findet man ihn nach den Weidejahren beim Aufbre- 
chen des Dreesches mit starken Queckwurzeln so durchfilzt, daß 
inan ihn kaum mit einem. zweispännigen Pfluge zwingen
	        

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