Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

m. 
24 
Em 
wenn es rindert, wird es von dem Stiere nach Gefallen be- 
gattet, Im Stalle ist dies ganz anders, hier findet gerade 
das Gegentheil statt. Es genießt hier nicht die freie,. reine 
Luft; es kann sich nicht willkührlich bewegen, sondern muß 
entweder stehen oder liegen; es muß das Futter genießen, 
was ihm vorgelegt wird, kann nicht willkührlich trinken, son- 
dern muß die Zeit abwarten, bis es zur Tränke geführt wird. 
Von dem ewigen Stehen oder Liegen wird das Thier zuletzt 
abgestumpft und träge. Hielleicht ist dieser Zustand der 
Fleischerzeugung zuträglicher als der Milchabsonderung. Eine 
andere Unzuträglichkeit bei der Stallfütterung ist die, daß 
das Vieh gewöhnlich häufiger umrindert, und nicht so ors 
dentlich kalbt, als sonst. 
In kleinen Wirthschaften, die ihr Vieh wechselsweise 
am Tage während der Hitze auf den Stall nehmen, Abends, 
Morgens und des Nachts aber ans Tüder legen können, ist 
dies alles ganz anders. Hier ist die Stallfütterung an ihrem 
rechten Plate. Diese Ansichten und Erfahrungen machen den 
hiesigen Landmann bei der Einführung der Stallfütterung 
bedenklich, und ich kann mich nicht überreden, daß es bloßes 
Vorurtheil ist, was ihn davon. abmahnt, 
Sehr auffallend hat sich hier sonst in aller Hinsicht der 
landwirthschaftliche Betrieb seit Einführung der Bemergelung 
gehoben, und überall einen thätigeren nnd kräftigeren Schwung 
bekommen. Die Wirthschaften, von den größern bis zu den 
kleinen, werden mit emsigerem Fleiße, mit mehr Energie 
und mit einer regeren Aufmerksamkeit als früher betrieben. 
Man pflügt besser und eggt kräftiger. Statt der Schepp- 
eggen sind die Rundeggen in Gang gekommen. Die Krume 
wird nun mehr und besser zertrümmert, und das perennirende 
Wurzelunkraut herausgeküselt. Man hält mehr auf reines
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.