Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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Brücke geschlagen war, brach der König auf; die Eidersted- 
ter zogen. aber, um den König nicht in ihr Land kommen 
zu. lassen, ihm entgegen „buten den Dyk up dat Iß.'/ Auch 
in diesem Umstande zeigt sich ganz unverkennbar jenes Ge- 
wässer zwischen Eiderstedt und der Südermarsch. Denn da 
der König von der Vorgeest her gegen Eiderstedt anrückte; 
so werden die Eiderstedter natürlich. auch in der Richtung 
auf dieses ihm entgegen gezogen seyn. Auf welches Eis 
hätten sie aber in dieser Richtung wohl kommen können, 
wenn Eiderstedt damals, wie jetzt, mit der Vorgeest durch 
eine Landstrecke zusammengehangen hätte ? 
Bekanntlich mißlang indeß diese Expedition dem Könige. 
und er versammlete nun im folgenden Jahre aufs neue sein 
Heer Eiderstedt gegenüber bei Meddelburg oder Mildeburg, 
um einen nochmaligen Versuch gegen Eiderstedt zu machen. 
Zu dem Ende ging er, wie jene Chronik, Huitfeld u. a. er- 
zählen, über die Milda, schiffte sich mit seinen Truppen auf 
der Eider ein, und fuhr die Eider hinunter .. Meiner Ein= 
sicht nach ein unsinniger Zug, wenn Eiderstedt nicht damals 
durch ein Gewässer vom Kontinent geschieden war. Der Kö- 
nig wollte nämlich in Eiderstedt hinein; . warum rückte er 
denn nicht geradeaus vor? Wenn kein Gewässer ihn und 
sein Heer von Eiderstedt schied, so stand ihm nichts im 
Wege, sondern das ganze Land lag offen vor ihm. Statt 
aber geradeaus vorzurücken, schifft er sich ein und fährt die 
Eider hinunter! 4) 
4) Es läßt sich allerdings fragen : wenn zwischen der Südermarsch 
und Eiderstedt ein Gewässer war, warum schiffte der König 
denn nicht gerade hinüber ? Die Ursache ist indeß, wie mich 
deucht, bei der Hand! Die Gegend zu beyden Seiten jenes 
Gewässers war morastig (Watt, Vorland), wo das Ein- und 
Auscschiffen der Trupven unthunulich, wenigstens (ehr schwierig war.
	        

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