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In der Altstadt ist ein großes Haus zur Armenschule einges
richtet, und dabei auch eine Zwangsstube, um rüstige "Her-
umtreiber zu beschäftigen. Dieses Haus soll über 300 Jähre
alt seyn, und hat früher der Sehstedtschen Familie gehört,
deren Wappen dort noch eingemauert ist. Die Kranken-
pflege der Armen wird dürch den menschenfreundlichen Beis
stand unserer Aerzte und Apotheker sehr erleichtert..
Fabriken und Manufacturen von sonderlicher Be-
deutung sind hier nicht vorhanden. Eine Steingut Fabrik,
die früher von Bedeutung war und sehr gute Waaren lie-
ferte, mußte während des Krieges eingehen, weil die Zufuhr
der Materialien über See nicht Statt faid. Eine Strumpf-
weberei, die noch fortbesteht, lieferte in früheren Zeiten schön
so vorzügliche Waare, daß selbst die königlichen Herrschäften
solche benußten. Eine Manufuctur, die weit und breit ge-
suchte Decken lieferte, hörte mit dein Tode des Besitzers auf.
Die Fabrik des Herrn Koch liefert an goldenen und silber-
nen Tressen und anderer Posamentier-Arbeit vorzügliche Sa-
chen. Einige Rauch- und Schnupftabacksfabriken sind noch
in Beschäftigung, so wie des Herrn Storms Essigbrauerei,
deren Waare sehr geschätzt wird.
Theater. Ein stehendes Theater kann sich in Rends-
burg nicht halten. Seit mehreren Jahren ist indessen fast
jährlich eine wandernde Gesellschaft, Monate lang, hier ge-
wesen, welche einige gute Mitglieder zählt, und überhaupt
wegen ihres rechtlichen Betragens geschäßt wird
Im Somtner 4822 ward ih. der Altstadt ein kleines
Schäuspielhaus, das ungefähr 500 Pétsönen fassen kat,
von bem Herrn J. Paap auf gut Glück erbauet. Dis
Haus selbst ist vaburch merkwürdig, daß der in Rendsburgs
Geschichte so bekannte Amtmann Fuchs darin gewohnt hät.
Tl 110.
H

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