Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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gium vielleicht unrichtig, wenn wir es schwierig nennen, und 
über die Härte desselben seufzen. Vielleicht wird es zuweilen 
irre geleitet durch die Berichte kurzsichtiger Beamten und 
durch die Referate junger Cameralisten, welche die Localität 
des Landes gar nicht kennen, und die Motive durchaus nicht 
zu würdigen wissen, die den Landmann zwingen, so kostbare 
Operationen vorzunehmen. Nur erfahrene Landwirthe soll= 
ten über das Nützliche oder Nachtheilige solcher Unternehmun- 
gen zu Rathe gezogen werden, keinesweges in den Städten 
wohnende Beamten, die durchaus nichts davon verstehen, und 
oft nicht einmal ein Haferfeld von einem Gerstenfelde zu un- 
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terscheiden wissen, wenn es nicht schon Aehren hat. Solche 
meinen Wunder, wie gewissenhaft sie sind, und hoffen sich 
vielleicht bei den höchsten Collegien zu empfehlen, wenn sie 
mit ihrer gewandten Feder denselben Bedenklichkeiten einzu- 
flößen wissen, und von schlechter Ablegung der Stammhufen, 
von Verwirrung bei Fuhrleistungen und Magazinlieferungen 
und von Gefährdung des allerhöchsten Interesses träumen. 
Es ist wirklich traurig, daß das Wohl und Wehe des Land- 
mannes haupsächlich von den Berichten und Referaten solcher 
Männer abhängt, die durchaus von dem eigentlichen Geiste 
der L.1dwirthschaft nicht einmal eine vernünftige, viel we- 
niger eine klare Idee davon haben, daß nur eine lohnende 
Cultur den Stäat bereichert. Es kann nicht oft und laut 
genug wiederholt werden, daß n ur freier Verkehr mit 
d em Lande in einer Gegend, wo der landwirthsschaftliche 
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sie sich nicht an ihre Nachkommen versündigen wollen. Was ist 
zugleich aber trauriger und schrecklicher, und lähmt den Muth 
des Landmannes mehr, als wenn eine so wohlthätige Operation, 
wovon das Wohl der Nachkommen auf einem solchen Besiße 
abhängt, durch einen Machtspruch von Oben gehemmt wird. 
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