Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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Bedeutung, und beschränkt sich auf die Sorge für Neini- 
gung des Wasserstroms von Kraut und Schlick, und Er- 
haltung der Wetternwälle. Eine Ausnahme machen allen- 
falls die Casenorter Feld- und die beiden Wilsterauschleusen. 
Erstere, die beiden Feldschleusen, haben den complicirtesten 
Wasserzug in der ganzen Marsch. Alle darauf. abwässernde 
Ländereien haben Schöpfmühlen; die zunächst der Schleuse 
belegenen sind aber die höchsten, tragen und haben hohe Um- 
wallungen und ihre Eigenthümer mahlen daher so lange und 
treiben den Wasserstand in den Wettern so hoch als es ih- 
nen gefällt. So lange nun das Wasser in der Stör höher 
als in den Wettern, mithin die Schleuse verschlossen ist, 
würde dieses Wasser rückwärts strömen, und, da die hintern 
Ländereien, wo der Klei nicht so hoch auf dem Moor liegt, 
keine so hohe Wälle tragen können, diese überschwemmen. 
Dem zu wehren find in der Wettern an verschiedenen Oro 
ten sogenannte Dücker befindlich, eine Vorrichtung wie eine 
Schleuse, nur schwächer und ohne Dach, deren Thüren ges 
gen das zurückströmende Wasser gerichtet sind, vor diesem 
sich schließen, und dem absirömenden sich öffnen. Diese 
Dücker, der Honigflether, der Neuendorfer, der Averflether, 
der Moorwettern Dücker haben wieder ihre eigenen Interes- 
ssentenschaften, und die vor den hintersten Dückern liegen- 
den Schöpfmühlen, wo die Wetternwälle immer schwächer 
und die Ländereien immer niedriger werden, haben ein bes 
stimmtes Merkzeichen, wie voll sie die Wettern schöpfen bür- 
fen: ist dies erreicht, s0 müssen die Mühlen so lange stille 
stehen, bis die Wettern wieder abgeflossen ist. Hierauf hat 
nun der Hauptmann der Feldschleusen, der vom Kirchspiel- 
vogt der Wilsterschen alten Seite ernannt, jedoch immer aus 
den von der Schleuse entferntesten und nicdrigsten Duchten
	        

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