Full text: (Dritter Band)

VU]II. 
Au ff or &e run g und B i t t e. 
Herr Capitain von Jahn, dessen eifrige und gründliche 
Forschungen in unserer vaterländischen Geschichte wir kurz vor- 
her mit verdientem Lobe genannt haben, wünscht besonders 
für die Geschichte des Krieges von 1643 1645 mit hand- 
schriftlichen Hülfsmiteln unterstützt zu werden. Ueber das 
Bedürfniß solcher Hülfsmittel äußert sich der Herr Capitain 
in einem an mich erlassenen Schreiben, aus dem ich hier zu- 
vörderst einen Auszug folgen lasse. 
„„Gewiß haben Ew. ~ ~ sehr oft die Bemerkung ge- 
macht, daß der Krieg, der in den Jahren 1648-45 unser 
Vaterland heimsuchte, gerade deshalb noch nicht beschrieben 
worden, weil er mehr aus einer Reihe einzelner Gefechte, die 
dem Ungefähr ihre Entstehung vnd ihren Gang verdankten, 
als aus einer Reihe militairischer Combinationen bestand. Der 
unvorgesehene Ueberfall Torstensons, der damals, Gott Lob! 
noch bei uns heimische einmüthige Wille, keine fremde. Herr- 
schaft zu dulden, der durch jenen Ueberfall erzeugte allgemeine 
Haß gegen die Schweden, verbunden mit dem gänzlichen Man- 
gel eines Vertheidigangssystems unserer Seits, mußte noth- 
wendig einen Partheienkrieg gebären, der gerade seiner allge- 
meinen Verbreitung und seines steten Wechsels wegen, in den 
Zufälligkeiten der Entstehung und Erlöschung historisch verlo- 
ren ging. Aber gerade deshalb bekam dieser Krieg einen volks- 
thümlichen Charakter, und verdient in jeder Beziehung eine 
bessere Darstelung wie ihm bisher geworden ist. Selbst 
Slange hat ja größtentheilßs nur den Böckler vor Augen 
gehabt, obgleich er es nicht nöthig hatte, seine Darstellung 
aus den partheiischen Darstellungen des Feindes zu entlehnen. 
Der Geist jenes Krieges ist uns deshalb bis jetzt noch fremd, 
und er würde ganz verloren gehen, wenn man nicht jetzt noch
	        
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