Full text: (Dritter Band)

Ä W. S 
2 Bände (der Ate und Z5te in 4 Heften) erschienen. Die 
wichtigsten Abhandlungen des Herausgebers betreffen die Ver- 
brechen der Beamken, die Frage über das Prinzip der Ein- 
stimmigkeit und der Stimmenmehrheit in peinlichen Fällen. 
Spangenbergs Schrift über das Pönitentiarsystem und Feuer- 
bachs Buch über die Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des ge- 
richtlichen Verfahrens sind in ausführlichen Recensionen beur- 
theilt worden. Der vierte Band (766 Seiten) von desselben 
Verfassers Euno mie enthält nur zwei Abhandlungen, 4.) über 
die Anwendung fremder Gesetze und 2) Darstellung der Lehre 
vom Zeugenbeweis. Wie ausführlich die Abhandlungen sind, 
erhellt schon aus der angegebenen Seitenzahl. Die unter- 
suchungen selbst sind mit großer Gründlichkeit und Umsicht 
geführt, und nur bei zweien Punkten hätte Ref. gerne eine 
größere Ausführlichkeit gewünscht, nämlich in der ersten Ab- 
handlung, über die Gesetze, nach welchen die Immobilien ver- 
erben, und in der 2ten Abhandlung wäre eine Kritik des in 
Deutschland angenomnienen : Prinzips der Zeugenstellung in 
Criminalsachen wohl an ihrem Platz gewesen. Leider ist dies 
höchst gefährliche Prinzip in die neueren Cartelle der Herzog- 
thümer übergezangen. Recht eclatante Beispiele eines solchen 
Mißbrauchs hat vor einigen Jahren uns der Prozeß der Kö- 
Hhigin von England dargeboten. Endlich ist noch von O er- 
ted anzuführen das Handbuch des dänischen und norwegi- 
schen Rechts (ein Supplement zu Hurtigkarls System), 
wovon des ersten Bandes erstes Stück erschien, welches bloß 
noch die Einleitung enthält, dabei aber eine Menge von ju- 
ristischen Fragen erörtert, die nicht bloß "ür das dänische Recht 
von Interesse sind. Gegen einzelne Lehren möchte wohl et- 
was zu erinnern seyn. Obgleich wir uns auf dieses Einzelne 
nicht einlassen können, mögen wir hier doch die Bemerkung 
nicht unterdrücken, daß uns die dem natürlichen Rechte gege- 
bene Ausdehnung zu weit zu seyn dünkt, indem als ein na- 
kürliches Recht angesehen wird, was bloß zu dem Resultat ei- 
ner herrschenden öffentlichen Meinung gehört , die doch selbst 
nur ein historisches Factum ist, wie man denn gewiß mit 
Recht behaupten dürfte, daß die monogamissche Ehe, eben ss 
fehr e.1 positives Institut sey. als es die Schuld- und Pfand- 
protocol. sind. Der Unterschied zwischen diesen Instituten 
liegt nicht in der Art der Entstehung, sondern lediglich in der 
Alîgemeinheit und in der Notorietät der Grundsätze. Wir 
würden daher alle solche Institute ohne alles Bedenken ledig- 
lich als. Resultate von Gewohnheiten betrachten, und bloß dar- 
auf aufmerksam machen, daß gewisse V acostnheisens einen tie-
	        
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