Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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„Reines Herzens komm hier anzubeten, und du wirst 
--Gott schauen in stiler Andacht. Dann gehe getröstet und 
--Zestärkt von hinnen! Friede sey mit dir!-- 
Die Epitaphien und Grabsteine in der Kirche erinnern 
an manchen berühmten Namen. Hier ruhen Musfäus, 
Muhtlius und Kortholt und manche andere ehemalige Lehs 
rer der Kieler Universität. Aus dem Geschlechte der Pog- 
wisch e, welches das Patronat über das Kloster hatte, haben 
mehrere hier ihre Ruhestätte gefunden. Ein langes Epita- 
phium rühmt in lateinischen Versen die Gelehrsamkeit und 
die Tugenden des 1554 gestorbenen Ritters Wolfgang Pog- 
wisch von Buckhagen. 
Im Gange befindet sich das Grabmahl Annes, Friede- 
richs des ersten Gemahlin und sein eigenes Cenotaphium, wel- 
<es Helm Wrangei so wohl gefiel, daß er sein Grabmahl 
nach diesem Muster einzurichten verordnete. Von den regie- 
renden Holstein Gottorfischen Herzögen ruht hier in der ehe- 
maligen Sacristei in einem Sarkophage von weißem Mar- 
mor allein Carl Friederich (gest. 1739), der Aeltervater 
des Kaisers Alexander. Das im Jahr 1814 in Bordesholm 
anwesende russische Militair ehrte durch eine religiöse Feier- 
f ¿y dieser Kapelle den Stammvater des russischen Kai- 
erhauses. 
_ Rechts neben dem Eingange in die Kirche stehen zwet 
Sarkophage von schwarzem geädertem Marmor, enthaltend 
die Leichen der Aeltern des jietigen Herzogs von Oldenburg, 
des Herzogs Georg Ludwig, Statthalter der großfürstlichen 
Lande (gest. zu Hamburg den 7ten Sept. 1763), und seiner 
Gemahlin, welche den 7ten August desselben Jahres mit Tode 
abging. Die Inschriften auf beiden Sarkophagen sind von 
dem Hofrath Voß in Heidelberg verfaßt, als er noch in Eu- 
ebte. 
Auf dem Sarge des Herzogs steht: 
Heif vet dein Lebenstag, du Redlicher, Thaten des Ruhmes 
rößere Thaten des Wohls kränzten mit Lorbeer dein 
Friedlich kam die Kühle des Abends, cr Lkdüiziérigg 
sq utrte. führte der Tod dich zu dem Lager der Ruh. 
ere. heiliger Staub, Dein Geist umschwebe mich 
waltend. 
Vater, und lehre den Sohn, bieder zu seyn und gerecht. 
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