Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

Ausfälle erlitten haben. Sonach dürfte es mit diesem zwei- 
ten Auswege auch nichts seyn. 
Es bleibt aber den Finanzen noch ein Ausweg übrig, 
von welchem ich nicht weiß, ob er gekannt ist, und den ich, 
da ich in meinen Verhältnissen keine Communication mit je- 
nen habe, Ihnen, Herr Professor, anzeigen will, damit 
Sie in Ihrem Magazin darauf aufmerksam machen kön- 
nen, wenn Sie ihn für gut halten. –~ Es ist nämlich bet 
uns, wie in jedem geordneten Staate, üblich, den verschiede- 
nen Etats, mithin auch dem Commissariatscollegio und dem 
Generalquartiermeister-Staabe alljährlich ein Gewisses zur Be- 
streitung der von diesen Behörden abhangenden Ausgaben an- 
zuweisen, und dahin gehört für den Militairetat auch das 
Grasfeld für die Königl. Reuterpferde, welches bisher für 
105 Tage mit 14 Rthir., 12 Rthlr. und zuleßt, wenn ich 
nicht irre, mir 10 Rthlr. für jedes Königl. Cavalleriepferd bes- 
zahlt ist. Für zwei in den Herzogthümern garnisonirende Ca- 
vallerieregimenter, jedes zu 5 Escadrons, und jede Escadron 
zu 60 bis 67 Pferden angeschlagen, giebt dies eine Anzahl 
von ungefähr 500 Pferden, für die bisher circa 5000 Rthlr. 
Cour. Grasgelder bezahlt sind. Nun will es scheinen, daß die 
Finanzen diese Ausgabe, — welche allein schon das Agio auf 
die eingehenden Schillinge der Hebungsstuben zu decken ver- 
mag ~ ersparen können, wenn die reichlich 500 Demath 
des Wilheminenkoogs zur Gräsung dieser Cavalleriepferde be- 
nutzt würden; denn ein Demath reicht für ein Pferd zur Grä- 
ung aus. 
s Um nun diese Einrichtung zu treffen, sind zwei klejne Häu- 
ser an den beiden äußersten Enden des Kooges, jedes mit 
einem Zimmer für einen Officier, einer Bedientenkammer und 
einer Kammer jür 4 Gemeine, nebst Küche versehen, zu er- 
richten, damit in diese die, den Escadronspferden mitzugeben- 
den, Leute eingelegt werden können. Ein solches Haus, etwa 
wie eine Holzvogtswohnung eingerichtet, ist für 500 Rthlr. 
Cour. zu verlicitiren. Die Entfernung einiger Escadrons vom 
Kooge ist zwar nicht unbedeutend, jedoch nie über 18 Meilen, 
und einige Escadrons, wie die in Schleswig, Flensburg und 
Husum einquartirten, sind nur respective 3, 5 und 8 Meilen 
vom neuen Kooge, sonach nicht weiter davon als von der 
Wiedingharde, wohin jetzt die Pferde auf geringere Weide ge- 
schickk werden, entfernt *). Schwierigkeiten stellen sich zwar 
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Die in Kiel und Itzehoe befindlichen Pferde haben einen Weg 
von 11 Meilen zu machen,. nnd die in Ploen 18 Meilen.
	        

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