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zum Theil schweren, zum Theil mittelmäßigen Kleibodens,
dessen Bedeichung mit Schleusenanlagen u. j. w, über 100
Rthlr. Courant, per Demath von 216 Auadratruchen, zu
stehen kommt. Bei der sehr schönen Dossirung des Koogs:
deichs und bei der ihm gegebenen Höhe ~ 4 Fuß über die
bemerkte höchste Fluth ~ hat dieser Deich, ungeachtet zu
dessen Anlage viele sandschiebige Erde hat verwandt werden
müssen, dennoch so lange nichts zu fürchten, als eine an der
exponirten Stelle vorliegende kleine Hallig ihn schützt. Allein
diese bricht, nach der Wahrnehmung der nahe wohnenden Hof-
besitzer Eiderstedts, alljährlich sehr ab, und mit deren gänz-
lichem Verschwinden dürfte der Wilhelminenkoogsdeich aller:
dings bedeutender Gefahr ausgesetzt seyn, weshalb auch die
Bewohner benachbarter Kirchspiele weniger Lust, sich in dem
neu eingedeichten Kooge anzusiedeln, bezeugen.
Indeß lassen Sie uns von dieser entfernten, in der ersten
Generation gewiß nicht eintretenden Gefahr ab-, und zusehen,
wie dieser neue Koog am vortheilhaftesten für die Staatscasse
benußt werden könne. Es sind deshalb mehrere Vorschläge und
Versuche gemacht, die aber theils verworfen, theils von gerin-
gem, theils ohne allen Erfolg gewesen sind. Anfangs ist der
Königl. Rentekammer vorgeschlagen, den Koog auf ihre Ge-
fahr mit Rapsaat anzusäen. Selbige hat sich auf diesen Vor-
schlag — und meines Bedünkens mit Recht nicht einlassen
wollen, da ihr das Betriebscapital sehr hoch zu stehen gekome
men seyn würde, sie sich der Gefahr des Mißwachses, niedri-
driger Preise, und der Defraudation hätte aussetzen, und in
die leicht mögliche Gefahr stellen müssen, daß ihr Kdog, nach:
dem sie ihm ohne Nutzen die beste Kraft entzogen, als ein
völlig werthloses Stück ausgeschrien werden konnte. Cin
fernerhin gemachter Versuch, das Land zum Mähen anzubrin-
gen — der einzig mögliche bei der damals weit vorgerückten
Jahreszeit ~ ist äußerst schlecht ausgefallen, und derselbe
kann nicht wohl wiederholt werden, weil eines Theils die in
der Nähe wohnenden Landleute hinreichend mit Viehfutter aller
Art versehen sind, und weil andern Theils das wiederholte
Mähen dem Lande von seiner Kraft entzieht. Ein Versuch,
den Koog zu verkaufen, ist auch fehlgeschlagen, da für das
beste Land sehr niedrige, für das geringere aber unglaublich
schlechte Gebote geschehen sind. Unter diesen Verhältnissen
scheint der verwaltenden Behörde nur ein doppelter Ausweg übrig
zu bleiben : der eine, das Land. zum Pflügen, der andere, es
zum Gräsen von Rindvieh zu verhäyern. Der erste einzu-
schlagende Weg scheint nicht. zum Zweck führen zu können;

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