g . L|
5) Noch ein Wort über die Noth der Häuersleute , insbesondere
aber der Dieustboten.
Dark verdient der Herr Pastor Hasselmann, daß er
eine Sache zur Sprache gebracht, die manchem schon im Her-
zen wehe gethan hat, die mancher öffentlich kund gemacht
hätte, damit ste auch denen kund werde, welche helfen, welche
ündern können; wenn nicht die Furcht, er solle Belege dazu
liefern, welches ihm doch wohl schwer gefallen seyn würde,
obgleich die Sache so wahr als allgemein bekannt ist, ihn zu-
rückgehalten hätte: die Vertreibung der Häuerlinge, so wie
auch der Dienstboten, qus den Landcommünen, damit sie nicht
im Fall der Verarmung, nach der neuen Armenverordnung,
Heimathsrechte erwerben. Ö Wahr ists, was der Herr Pastor
H. über die Noth und das, mittelbar durch die Armenverorde-
nung entstehende, Unglück dieser armen Flüchtlinge sagt, und
ich habe nur noch der Dienstboten zu erwähnen, da der Herr
P. diese übersehen zu haben scheint, die doch ein gleiches Loos
trifft. Auch diese sind gezwungen, binnen 3 Jahren ihren
Dienst zu wechseln, dienen sie in fremder Commünez. wie un-
angenehm für den guten Dienstboten. Kaum mit der Herre
schaft, mit seiner zu leistenden Arbeit bekannt, muß er fort
eine neue Herrschaft suchen, und wenn jene auch mit dem
Dienstboten zufrieden wäre, sie darf ihn nicht behalten, will
sîe sich nicht den Unwillen der Nachbaren zuziehen, die Ver:
einbarung, ihr Wort bindet sie. Dies beiläufig, da ich haupt-
sächlich nur die Ueberlast der städtischen Commünen bemerkbar
machen will, welche durch ein solches Verfahren der Lands
commünen ihnen erwächst.
Wohin sollen sich nun solche Häuerlinge oder Dlienstboten
wenden, denen das öftere Umziehen überdrüssig ist? Wohin
anders als nach der Stadt? Da wird ihnen der Aufenthalt
nicht verweigert, wenn sie eine Bescheinigung mitbringen, sich
bisher ehrlich und redlich ernährt zu haben, und diese Beschei:
nigung wird ihnen leiche zu erhalten, werden die Andern ihrer
doch auf diese Art am leichtesten los. In der Stadt ist keine
solche Vereinbarung, ist an eine solche nicht zu gedenken, zu
viele Köpfe sinds, als daß diese Eines Sinnes werden könne
ten, zu speculativ sind viele derselben, als daß sie ihren eignen
Vortheil der allgemeinen Wohlfahrt opfern sollten! Dahin
drängt sich also zusammen, was auf dem Lande nicht geduldet
wird. Viele haben freilich auf diese Weise nur ihr Domicir
lium hieselbst, und gehen tagtäglich oder wöchentlich nach dem
Lande hinaus auf Arbeit; aber gerade dadurch brechen die
1 5

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.