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Johann 1291 aufs neue dem Kloster die ungestörte Ausübung
der Berichtsbarkeit im ganzen Dorfe Neumünster, wie sie
dieselbige bisher besessen hätten. VV. Il. p. 62. Urk. LXIX.
Wenn also. der große Flecken damals existirt hätte; so hätten
Probst und Konvent offenbar auch darüber die Gerichtsbarkeit
gehabt; denn nicht nur wird kein Theil von Neumünster von
dieser Gerichtsbarkeit des Klosters ausgenommen, was ohne
Zweifel geschehen wäre, wenn die Landesherrschaft über einen
Theil des Dorfes die Jurisdiktion besessen hätte; sondern es
ist auch “zreseuh von der Gerichtsbarkeit über das ganze
Dorf die Rede.
Das Kloster hatte aber 1502 die Gerichtsbarkeit über
den ‘großen Flecken nicht, sondern der Herzog von Holstein.
Denn in der Urk. v. J. 1502 (VW. II. p. 506), worin der
König Johann dem Kloster dessen Besitungen bestätiget, heißt
es!: „dat Lütkedorp tho Niemünster mit der Mölen tc.
alle in ehrem Rechte belegen’; ~ Niemünster dat grote
Dörp — iin uns em Rechte belegen‘?, Genommen hat die
Landesherrschaft in dem Zeitraum vom 143ten bis zum 16ten
Jahrh. dem Kloster diese Gerichtsbarkeit nicht; wenigstens ist
keine Spur zu finden, daß es geschehen sey. Auch ist es be-
kannt, daß die Grafen zu Holstein den Klöstern sehr zugethan
Zewesen sind. Wir finden gleichfalls nicht, ~ so viel ich mich
erinnere, ~ daß zwischen der Landesherrschaft und dem Klo-
ster Mißhelligkeiten Statt gefunden haben, und doch ist es
unglaublich, daß das Kloster die Gerichtsbarkeit über den
großen Flecken, wenn es diese je gehabt hätte, gutwillig würde
haben fahren lassen. Endlich, warum hätte die Landeshert-
schaft dem Kloster die Gerichtsbarkeit über den großen Flecken
nehmen sollen, da sie doch auf die Jurisdiktion über so viele
andere Dörfer, die dem Kloster zuständig war, und selbst auf
tt srtzeton über den kleinen Flecken, nie Anspruch ger
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Hatte also das Kloster 1502 die Gerichtsbarkeit über den
großen Flecken nicht; so hat es ste auch früher nicht gehabt.
Da das Kloster aber 1291 die Jurisdiktion über ganz Neu-
münster hatte ; so kann der große Flecken damals nicht vor-
handen gewesen seyn, sondern ist erst nach der Versetzung des
Rlosters von Neumünster nach Bordesholm angebauet worden,
Das ursprüngliche Neumünster lag also bei der Kirche auf
einer Insel, wel e der Mühlenteich und die Swale bilden,
und hier (in iet, Flecken) wohnen auch noch die meh-
resten Ackersleute; zwischen dem Dorfe und dem Kloster war
aber ein leerer Platz . Wenn aber das. uroßo Dorf erst

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