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diene, kann meinem Dafürhalten nach schwerlich in Zweifel
Kezogen werden, da der Verf. desselben nicht nur entweder in
Lübeck selbst, oder doch in der Nachbarschaft gelebt Haben muß,
sondern auch nicht später, als höchstens 90 Jahre nach 1391
9eschrieben haben kann.
Dieses Zeugniß, daß jenes Flüßchen die Linaue geheißen
habe, wird ferner noch durch ein anderes, nicht weniger glaub-
würdiges, Zeugniß bestätiget. Wir lesen nämlich bei Westphal
CW. p. 1452.) folgende Nachricht: „1349 ward de Lino w
„„tobracken, und von den Lübeckern dorch 15000 öhrer Bör-
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daß die Lübecker durch 15000 ihrer Bürger dort einen Kanal
haben graben lassen. Man sieht, die Nachricht ist fehlerhaft
entweder abgeschrieben oder abgedruckt worden, auch in Ansee
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wit auch immer für eine Bewandniß haben mag; so kann
dies doch der Glaubwürdigkeit jener Notize, insoweit ste den
Namen des in Frage stehenden Flüßchens betrifft, meiner Ein-
sicht nach nichts benehmen. Denn der Verf. der Notize war
ein Lübecker und lebte, wie der Verf. der oben gedachten Sla?
vischen Chronik, vor 1500 ).:
Daß man unser Flüßchen auch die Delvenaue genannt
habe, weiß ich wohl; der älteste Schriftsteller indeß, der mei-
nes Wissens dies gethan hat, ist Latomus, (Genealo-
chron. Megap. W. IV. p. 318.) der aber bekanntlich erst
im 17ten Jahrh. die eben gedachte Chronik schrieb.
u)}
§
Es ist bekannt, daß der Graf Johannes I]. zu Kiel,
nachdem sein Sohn Adolph VI. zu Segeberg ermordet wor-
den war , auf seinem Hofe Bramhorst gefangen genommen
wurde. Diese Erzählung ist zwar. keinem Zweifel unterworfen;
allein da seit lange in Holstein kein Bramhorst existirt und
die Lage desselben in den Urkuuden und Jahrbüchern, die des:
sen erwähnen, nirgends bestimmt angegeben wird: so ist man
über den eigentlichen Ort jener Gefängennehmung ungewiß
gewesen. Einige haben vermuthet, daß es wohl eigentlich
) Die Notize ist nämlich genommen aus y Excerpto % libelto
Joh. Rodek Eubecensts. descripta ab a. 1148-1500.’

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