Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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Städte gewesen seyn können, und überdies werden sie eben 
daselbst in einer Urk. v. I. 4162 ausdrücklich villas genannt. 
Und doch heißen die Bewohner derselben: cives!. Noch ein 
Beispiel will ich unten in einer Note anführen *). 
Wenn ich nicht irre, so läßt sich aber auch beweisen, daß 
Bornhövd nicht nur im 12ten, sondern noch im 13ten Jahrh, 
nichcrs weniger, als eine Stadt gewesen sey. Denn mehrere 
Annalisten, (z. B. das Chron. Alb. St. ad a. 1218, so wie 
Johann Renner bei Staph. 2. p. 24. und Cypräus in s. Ann. 
Ep. Scht]. p. 245.) nennen Bornhövd, indem sie anführen, 
daß Graf Adolph. der Minorit, dort seine erste Messe gelesen 
habe, locum valde solitarium, (cinen sehr einsamen Ort.) 
Daß es dort bereits zu Vizelins Zeit eine Kirche gegeben habe, 
läßt sich zwar nicht läugnenz allein, wenn wir dem angeführ- 
ten Johann Renner glauben wollen: so lag diese Kirche noch 
4245 in ,.einem dicken Walde‘. 
Y, 
In dem Limes Sax., von dem auch in diesem Magazin 
mehreremale die Rede gewesen ist, kömmt bekanntlich ein Bach 
„L 'elwunda vor, und man ist der Meinung, daß, da das 
Flüßchen, in dessen Bette der Stecknilzer Kanal von Möln 
bis Lüneburg gegraben ward, die Delvenaue geheißen habe, 
unter der Delvunda im L. S. eben jenes Flüßchen zu ver- 
stehen sey. Ich habe aber schon anderswo (in d. Pr. B. v. 
vorig, J.) den Zweifel geäußert, ob sich wirklich beweisen 
lasse, daß jenes Flüßchen den Namen Delvenau geführt habe, 
und ich glaube jetzt, daß sich das Gegentheil beweisen läßt. 
Denn das Chron. Slav. ine. a. bey Linderbr. p. 210. 
nennt jenes Flüßchen die. Linnue. Anno Dom. 1391 Lu- 
becenses fossatum novum fieri fecerunt inter Molne 
et Hlumen ü ZLinow dietum, per quod nayves possunt 
transire de Luneburg usque Lubek, 
î Es leuchtet von sselbst ein, daß Het, eben das Flüßchen 
gemeint ist, dem man den Namen Delvenaue beilegen will; 
denn in der Strecke von Lübeck bis Möln floß die Steckenitz, 
die auch bereits im 12ten Jahrh. diesen Namen führte, und 
folglich ist in den obigen Worten von dem Theile des Steck- 
nitzer Kanals die Rede, der zwischen Möln und der Elbe ge- 
graben ward. Daß das Chronikon aber hierin Glauben ver- 
" + decimam noralium villae Bilevelle (in der Wilstermarsch) 
quam cives dictae villae excolunt. Dipl. Neom. W. II. p. $0.
	        

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