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aller Art wurden verübt, und ehe es den Feldherren gelang,
dem rasenden Toben der wilden Horde Einhalt zu thun,
war die Stadt in Jammer und Elend versenkt, viele Hundert
Menschen von jedem Stande, Alter und Geschlecht auf das.
schmählichste gemißhaudelt und der Wohlstand mehrerer tau-
send Familien in drei schrecklichen Tagen vernichtet (*).
Nachdem Blücher Lübeck hatte räumen müssen, war er
rechts und im Rücken vom Feinde eingeschlossen, links hatte
er das dänische Gebiet und vor sich das Meer; so, auf
einen geringen Raum beschränkt, konnte er höchstens hoffen,
sich unter dem Schutze der kleinen Festung Travemünde, die
er besetzt hielt, mit seiner zahlreichen Cavallerie noch einige
Tage zu vertheidigen. Als aber noch in der Nacht Trave-:
münde vom Feinde genommen ward, die in Hansfelde und
Moisling gebliebenen Bataillone sich ergeben mußten, und
die in Schwartau zurückgelassene bedeutende Nachhut zu glei-
cher Zeit überwältigt wurde, da mußte Blücher, als am
Morgen des 7. November die Corps von Murat und Ponte-
corvo gegen ihn anrücften, eine möglichst erträgliche Capitu-
lation dem unnützen Blutvergießen vorziehen; er ergab sich
mit dem Rest seiner Truppen in Ratkau, einem fürstlich lü-
beckischen Dorfe, wo er am Fieber erkrankt lag, und ging
als Kriegsgefangener auf Ehrenwort mit seinem Staabe über
Oldesloe. nach Hamburg, Der Schmerz über das unglück-
liche Ende seines Heereszuges mogte wohl durch den Ge-
danken an das Verderben, welches er, ohne dadurch für sei-:
nen König irgend einen Nutzen, noch sonst einen militairischen
t-
*) Ueber die Grâuel iu Lübeck. S. Villers Vrief an die Gräfin
x: : ;. B: B. . . enthaltend eine Nachricht u. 9. w. Amlter-

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