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von Lübeck bis Reinbeck zu besetzen hatte, so befanden sich
in der Nähe des Generals nur 2 Escadrons leichter Dra-
goner und 4 Compagnien leichter Infanterie mit 4 Kanonen,
mit welchen die beiden Grenzpässe Fackenburg und Stein-
rade an der lübischen Landwehre besetzt‘ wurden; doch mußte
am 6. November von dieser geringen Stärke die eine Esca-
dron nach Curau detaschirt werden. Die Truppen, welche
auf Befehl des Kronprinzen die Avantgarde verstärken soll-
ten, waren noch nicht angekommen.
Nachdem am 6. November die Franzosen die noch auf
ihren Schiffen bei Travemünde befindlichen Schweden, von
denen nur etwa 400 Mann entkamen, die später (am 13.
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Novbr.) von Neustadt in See gingen, gefangen genommen
hatten, griffen sie gegen Nachmittag die Stadt Lübeck anz
ungeachtet der tapfern Gegenwehr der Preußen gelang es
ihnen, zuerst durch das Burgthor, bald darauf durch das
Mühlenthor in die Stadt einzudringen. Da die Preußen sich
auch in der Stadt noch hartnäckig vertheidigten, so entstand
in den Straßen und auf den Plätzen der Stadt ein mörs-
derischer Kampf, welcher mehrere Stunden fortwährte und
mit solcher Erbitterung geführt ward, daß viele Preußen,
welche sich in den Häusern vertheidigten, in denselben ge-
tödtet wurden, wobei leider auch mehrere Einwohner das
Leben verloren. Da Blücher endlich sah, daß es ihm uns
möglich sey, die Stadt zu behaupten, auch ein längerer Auf-
enthalt in derselben zwecklos, ja wohl gar gefährlich für ihn
werden könne, zog er sich mit dem Rest seiner Trupen über
die Travenbrücke aus dem Holstenthore. Hart an der hol-
fteinischen Grenze, die er zwar zu überschreiten Miene machte,
jedoch auf nähere Erklärung des bei dem Passse zu Facken-
burg commandirenden Officiers zu übertreten nicht unter-

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