Full text: (Dritter Band)

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vorläufig das Lauenburgische besetzt hielten, es aber, von den 
Preußen gezwungen, bald verlassen mußten. 
Zwischen Frankreich und Preußen hatten Annäherungen 
siatt gefunden, deren Resultat war, daß im Februar preus 
ßische Truppen in das Hannöverische einrückten, um dieses 
Land, wie es in der deshalb erlassenen Proclamation hieß, 
bis zur Abschliegung des allgemeinen Friedens in Verwah- 
rung und Administration zu nehmen. Mit dieser Besitzs 
nahme war französischer Seits die Bedingung verbunden, 
daß Preußen den englischen Handel nach der Weser und 
Elbe hemmen sollte; diese Stipulation machte Preußen durch 
ein unterm 28. März erlassenes Publicandum bekannt, des 
Inhalts, daß die Häfen der Nordsee und die Strôme, welche 
sich in dieselbe ergießen, der englischen Schifffahrt und Hand- 
lung eben so gesperrt seyn sollten, wie während der franzd« 
sischen Occupation von Hannover. Als natürliche Folge dies 
ser feindseligen Maaßregel griff England zu Repressalien, 
und verordnete unterm 8. April die Blokade der 'Flüsse 
Ems, Weser, Elbe und Trave. Gegen den letzteren Fluß 
trat diese Maaßregel jedoch nicht in Kraft, vielmehr ward 
sie am 20. Mai officiell zurückgenommen und am folgenden 
Tage auch die Schifffahrt in der ganzen Ostsee freigegeben. 
Die in die Nordsee sich ergießenden Flüsse waren gerade 
sechs Monate (seit dem 9. October 1805) frei gewesen, als 
die neue Blokade eintrat, welche jedoch diesesmal bei weitem 
nicht mit der vorigen Strenge gehandhabt ward; die Wattens 
fahrt blieb fortwährend frei und schon am Ende des Mais 
monats notificirte der vor der Elbe kreuzende Fregattencapis 
tain, daß er nach erhaltenen neuern Befehlen alle von neu- 
tralen Häfen kommende oder dahin abgehende, mit neutralem 
Eigenthum beladene Schiffe, frei in die Elbe eine und aus=
	        
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