Full text: Staatsbürgerliches Magazin mit besonderer Rücksicht auf die Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg (Dritter Band)

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Sie sind in Klassen getheilt nach der psychologischen Bes 
urtheilung des Lebenslaufes, der von jedem aufzunehmenden 
eingegeben werden muß. Strenge in der Ordnung und 
Unterordnung’ ist ein Hauptstück der Behandlung. Die 
Hausgesetze, auf Reinlichkeit, Ordnung und anständiges 
Betragen gerichtet, werden alle vier Wochen vorgelesen, 
Die Strenge der Subordination macht Abzeichnung der Klei- 
dung, militärische Bewachung und allen Gebrauch der Fes 
seln überflüssig. Die Speisung geschieht frugal und mä- 
ßig; Kartoffeln, Graupen, Erbsen, Kraut verschieden bereitet, 
Fleisch nur jeden. andern Sonntag ein viertel, an Fesitagen 
ein halbes Pfund. Für Sättigung und Schmackhaftigkeit 
ist der Arzt des Instituts verantwortlich. Die Kleidung 
ist von braunem Tuch, einfach und, wie gesagt, ohne Ab- 
zeichnung. Die Beschäftigung geschieht durch Fabrik- und 
Handarbeit. Dabei ist zwar der Gelderwerb nicht die erste 
Betrachtung. Doch sind an Fabrikaten im vorigen Jahre 
3000 Ellen Militärtuch geliefert, wofür der Arbeitsverdienst 
5412 4§ und der Ueberverdienst, zum Vortheil der Atbeiter, 
1384 4ÿ betragen’ hat. Durch jene Summe sind der An- 
stalt die Kosten für Nahrung, Kleidung und Reinigung vers 
gütet, wozu der tâgliche Verdienst jedes Arbeiters von 2 Gr. 
6 Pfenn. hinreichte. An Beiträgen zur Unterhaltung der 
Anstalt entrichtet jede gutsherrliche und Dorfgemeine zehn, 
die kleine Stadt zehn bis zwanzig, die größere dreizig bis 
vierzig, die größte bis achtzig 4. 'Der Zuschuß aus Königl. 
Kasse beträgt 4000 4#. Für jene Beiträge können aber 
Gemeinen und Einzelne, Eltern und Vormünder, alle länd- 
lichen und städtischen Polizeibehörden, Ausschweifende, solcher 
Zucht Bedürfende, Erwerblose, Herumläufer rc. ohne die 
mindesten weiteren Kosten hier unterhringen. 
Eine
	        
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