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sich daher der Herzog von Augustenburg bei Regulirung der
Dienste und Abgaben seiner Untergehörigen *), die Festeeigen-
schaft ihrer Hufen und Landstellen unverändert zu lassen, so
sehr er sich auch früher schon, von dem Zeitgeiste dazu ge-
führt, davon überzeugt gehalten hatte, daß die Ertheilung der
Bondeneigenschaft ein so nothwendiges als wohlthätiges Ges
schenk für sie seyn würde. Zu dieser Ueberzeugung muß
man auch um so eher gelangen, wenn man. sich anders von
dem, von dem scharfsinnigen Möser dem Adel vorgeschla-
genen Mittel, sich in Glanz und Würden sicher zu erhalten,
als dem bewährtesten überzeugt halten kann, sich auf die
Erstgeburt zu beschränken und diesen einen unveränderlichen
Grundbesitz in der Erbfolge zu bestimmen. Eine solche An-
ordnung findet nämlich ja gerade bei unsern Festehufen statt,
und wie sollte es sich alsdann nicht mit gleicher Zuversicht
erwarten lassen, daß auch der Bauernstand am ssichersten nur
dadurch im fortdauernden Wohlstande und einer ihm ange-
messenen Würde und Glanz von Wohlstand erhalten wer-
den kann ##),
" Von dieser in der Gegend viel besprochenen Regulirung wird
eine von dem Herrn Advocaten Johann sen angekündigte
actenmäßige Darstellung das Genauere nächstens zur Kenntniß
des Publicums bringen. D. Red. ...,
') Sind diese. Ansichten richtig, so bedürfen wir höchstnothwendig
anderer gesetzlicher Vorschriften, als der in der Verordnung
vom 28sten Juli 1784 enthaltenen, welche zu der Zeit mit be-
sonderer Berücksichtigung des damals für richtig geltenden Prin-
zips abgefaßt worden ist, daß das Glück eines Staats durch
die Vermehrung der Bevölkerung und diese durch die Erleich-
terung der Theilung der Hufen befördet werde, welches Prin-
zip man aber jetzt wohl nicht mehr für richtig gelten lassen
kann.

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