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in der Natur der Sache liegenden Erwerbgrund. des Rechts
auf Bersorgung von dem District abgeben. Die selbstständige
Existenz während einiger Jahre erzeugt zwar eine allgemeine
Vermuthung, daß die äußere Erwerblage des Individui einige
Consistenz erlangt habe. Soll aber der Mitgenuß bestimmter
Vortheile davon die Folge seyn, so muß auch die Fähigkeit
zur Äbhaltung der gegenseitigen Lasten in Betracht kommen;z
welche hinwiederum Prüfung und Urtheil von Seiten der Di-
strictsgesellschaft oder ihrer Repräsentanten voraussetzt. Das
rs wird höchstens diese Prüfung normiren können.
_ Die frühere Legislation (bis 1808) hat den allein richti-
gen allgemeinen Erwerbgrund des Heimathsrechts allerdings
insofern anerkannt, indem selbige das Recht des Districts, sich
des nicht angesessenen oder ansässig gewesenen zu entledigen,
aussprach und dadurch dem Erwerb des Heimathsrechtes die
vertragsmäßige Aufnahme in den District unterlegte. Die
Unzulänglichkeit der Ausführung beruhte nicht in dem Prin-
zip, sondern darin, daß man die Aufnahme von einem nega-
tiven, und nicht vielmehr von einem positiven, dem Verhält-
nisse selbst entsprechenden Facto abhängig macht. Indem
nämlich jeder, welcher sechs volle Jahre unangesprochen im
District sich aufgehalten hatte, für stillschweigend recipivt an-
gesehen ward, nöthigte man den District jedesmal, mit dem
ablaufenden sechsten Jahre, von der bisherigen Heimath eine
Sicherstelung gegen Verarmung des Individui zu fordern,
und so oft solche verweigert wurde, zur Vertreibung dessselben.
Der Erwerb der Heimath durch Ansässigkeit befaßte freilich
ein positives Factum, welches jedoch der Natur des Verhält-
nisses nicht entsprach, weil dieses mehr die Persönlichkeit an-
ging, der Erwerb eines, die Commüne sicherstelenden Besitzes
jede Bedenklichkeit entfernte, der Ankauf einer geringen Wohn-
stelle aber dem dritten District es möglich machte, sich ganzer
Bettlerfamilien, ohne besondere Kosten, zu entledigen.
Die Berordn. von 1808 §§. 3 und 4 hat zwar die letz-
tere Erwerbungsart der Heimath aufgehoben; und es scheint
aus dein Obigen zu folgen, daß auch die erstere, durch Ab lauf
der Zeit, oder alleinigen Aufenthalts im Districte, weiter nicht
berücksichtige werden könne. Es dürfte vielmehr nahe genug
liegen, daß die Aufnahme des Fremden, welcher Versorgungs-
rechte erlangen will, nicht anders geschehe, als vertragsmäßig ;
f; der Consens ausdrücklich oder stillschweigend, durch ein po:
Itives, der Natur der Sache angemessenes, Factum ausge-
sprochen. Letzteres wird, da die Verbindlichkeit dem Rech ke,
U

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